Zeit 23.03.2026
06:46 Uhr

Vorwürfe gegen Christian Ulmen: Fahri Yardım lobt Mut von Collien Fernandes


Der "Jerks"-Kollege von Christian Ulmen äußert sich erstmals zu den Vorwürfen gegen den Schauspieler. Er zeigt sich selbstkritisch. Seine Stellungnahme sei "verspätet".

Vorwürfe gegen Christian Ulmen: Fahri Yardım lobt Mut von Collien Fernandes
Der Schauspieler Fahri Yardım hat sich erstmals zu den Vorwürfen gegen seinen Schauspielkollegen Christian Ulmen geäußert, mit dem er in der Serie Jerks zu sehen war. "Ich bin genauso geschockt wie viele andere", schrieb er in einer auf Instagram veröffentlichten Stellungnahme . Er bewundere den Mut von Collien Fernandes. "Ich bin dankbar für den Zuspruch, den sie erhält. Ich fühle mit ihr." Der Spiegel hatte am Donnerstag eine Recherche veröffentlicht , in der die Schauspielerin Fernandes ihrem Ex-Mann Ulmen langjährige sexualisierte Gewalt vorwirft. In dem Artikel berichtet sie, dass unter ihrem Namen über Jahre hinweg Fake-Profile auf verschiedenen Onlineplattformen erstellt worden seien. Über diese Profile seien Männer aus ihrem beruflichen Umfeld kontaktiert worden und hätten unter anderem angebliche Nacktfotos und Sexvideos von ihr geschickt bekommen. Erst als sie eine Anzeige gegen unbekannt erstattet habe, sei Ulmen ihr gegenüber geständig gewesen und habe unter anderem vorgebracht, er habe "aus einer Art Besitzdenken heraus" so gehandelt. Ulmens Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich "in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung" handle. Zudem würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet". Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Yardım zeigt sich wegen "verspäteter" Stellungnahme selbstkritisch In Berlin solidarisierten sich am Wochenende Tausende Menschen bei einer Kundgebung mit Fernandes . Sie protestierten gegen sexualisierte digitale Gewalt und forderten bessere Gesetze. "Ich bin dankbar dafür, wie sie ihre persönliche Geschichte in eine Kraft übersetzt, die echte strukturelle Veränderung möglich macht", schrieb Yardım über Fernandes. "Dafür hat sie meine volle Solidarität." Der 45-Jährige fügte hinzu, Opfern zu glauben, sei für ihn "eine grundlegende normative Haltung". Die Vorwürfe verdienten "Schutz, ernsthafte Aufmerksamkeit und die klare Priorisierung der Perspektive der Betroffenen". Seine Stellungnahme zu dem Fall bezeichnete Yardım als "verspätet" und "unvollständig". Der Schauspieler zeigte sich dabei selbstkritisch: "Ich weiß auch, dass Zögern in solchen Konstellationen historisch und strukturell oft dazu beigetragen hat, dass Betroffenen nicht geglaubt oder ihnen nicht ausreichend Schutz gewährt wurde." Sein Zögern sei "nicht neutral". Er habe jedoch nicht anders gekonnt. "Ich brauchte Zeit." Yardım fügte hinzu: "Vielleicht gibt es eine Ahnung davon, was es bedeutet, wenn sich solche Abgründe im engen Freundeskreis auftun." Bevor Yardım seine Stellungnahme veröffentlichte, hatte sich bereits der Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre von Christian Ulmen distanziert, mit dem er nach eigener Aussage jahrzehntelang eng befreundet war. In einem Statement, das der ZEIT vorliegt, schrieb Stuckrad-Barre : "Ich muss mich hier ganz klar von meinem Freund Christian distanzieren." Sein Mitgefühl, seine Solidarität, schreibt Stuckrad-Barre, gehörten "alleiniglich" Collien Fernandes.