Zeit 09.10.2026
04:30 Uhr

Umfrage: Große Mehrheit für mehr Unabhängigkeit bei Energieimporten


Umfrage: Große Mehrheit für mehr Unabhängigkeit bei Energieimporten
Angesichts steigender Strom- und Heizkosten sowie Rekordpreise an den Tankstellen setzt die Bev\u00f6lkerung in Deutschland vor allem auf mehr Unabh\u00e4ngigkeit bei Energieimporten. So halten es in einer repr\u00e4sentativen Civey-Umfrage im Auftrag des Hamburger \u00d6kostromanbieters Green Planet Energy 88 Prozent der Befragten f\u00fcr wichtig, dass Deutschland m\u00f6glichst unabh\u00e4ngig von Energieimporten aus dem Ausland wird. Fast zwei Drittel stuften dieses Ziel sogar als sehr wichtig ein. Energiewende-Demonstration in Berlin Civey hat den Angaben zufolge am 5. und 6. Oktober online 5.000 Bundesb\u00fcrgerinnen und -b\u00fcrger ab 18 Jahren befragt. Am heutigen Freitag ist in Berlin (14.00 Uhr) eine Energiewende-Demonstration geplant, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter dem Motto \u00abAusbauen statt Ausbremsen!\u00bb gegen die anstehenden Pl\u00e4ne der Bundesregierung zum Netzpaket und zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) protestieren wollen. Anders als beim fast einhelligen Wunsch nach Unabh\u00e4ngigkeit gab es bei der Umfrage jedoch gro\u00dfe Unterschiede bei der Frage, mit welcher Technologie am g\u00fcnstigsten Strom erzeugt werden kann. 36 Prozent der Befragten nannten die Solarenergie. Gleich dahinter landeten mit 35 Prozent Atomkraftwerke. Windenergie wurde lediglich von 17 Prozent als g\u00fcnstigste Stromquelle genannt. Weit abgeschlagen mit jeweils drei Prozent folgten Gas- und Kohlekraftwerke. Vor allem Ostdeutsche und AfD-Anh\u00e4nger Fans von Atomkraft Der Meinung, dass Atomkraft g\u00fcnstig sei, sind der Umfrage zufolge vor allem Menschen in Ostdeutschland, in Sachsen und Sachsen-Anhalt etwa 49 beziehungsweise 48 Prozent. Nach Parteienpr\u00e4ferenz bewertet stehen vor allem AfD-Anh\u00e4nger (71 Prozent) hinter der Atomkraft als vermeintlich g\u00fcnstigster Energiequelle. Dabei gilt sie tats\u00e4chlich als die teuerste Art, Strom zu produzieren. So liegen dem Fraunhofer-Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme ISE zufolge die Stromgestehungskosten neuer Atomkraftwerke bei 13,6 bis 49 Cent pro Kilowattstunde. Freifl\u00e4chen-Photovoltaikanlagen sowie Windkraftr\u00e4der an Land dagegen k\u00f6nnten eine Kilowattstunde Strom schon f\u00fcr 4,1 bis 9,2 Cent produzieren. Tats\u00e4chliche Kosten werden h\u00e4ufig untersch\u00e4tzt \u00abIn der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung von Atomkraft werden die hohen Investitionskosten, jahrzehntelangen Bauzeiten sowie die Kosten f\u00fcr R\u00fcckbau und Atomm\u00fclllagerung h\u00e4ufig untersch\u00e4tzt\u00bb, sagte Green Planet Energy-Vorstand S\u00f6nke Tangermann. Ebenfalls deutlich untersch\u00e4tzt wurde in der Umfrage die Zahl der im Bereich der erneuerbaren Energien besch\u00e4ftigten Menschen. So haben 29 Prozent gesagt, dass sie gar keine Ahnung h\u00e4tten, wie viele es seien. Insgesamt 54 Prozent erkl\u00e4rten wiederum, dass es wohl weniger als 400.000 seien. Tats\u00e4chlich sind es aber in Deutschland nach Angaben der Gesellschaft f\u00fcr Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) bereits rund 436.000 Menschen. \u00a9 dpa-infocom, dpa:261009-930-812489/1