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09.10.2026
01:52 Uhr
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Die Anfang Dezember geplante Erschie\u00dfung eines zum Tode verurteilten Attent\u00e4ters auf einem Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt im US-Bundesstaat Texas soll per Livestream \u00fcbertragen werden. Das best\u00e4tigte ein Beamter aus dem Pentagon der Deutschen Presse-Agentur. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zuvor bereits gesagt, dass die von Pr\u00e4sident Donald Trump genehmigte Hinrichtung eines fr\u00fcheren Psychiaters des US-Heeres durch ein Erschie\u00dfungskommando \u00f6ffentlich stattfinden solle. Man werde daf\u00fcr sorgen, dass Menschen die Hinrichtung von Nidal Hasan, der der 2009 ein Massaker auf einem Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt ver\u00fcbte, \u00f6ffentlich beobachten k\u00f6nnten, sagte Hegseth dem rechtskonservativen US-Sender Real America's Voice. \u00abDie Menschen m\u00fcssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen haben.\u00bb Sollte es tats\u00e4chlich zu der Exekution kommen, w\u00e4re es laut US-Medien die erste Milit\u00e4rhinrichtung in den USA seit mehr als 60 Jahren. Sie ist f\u00fcr den 3. Dezember auf dem Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt Fort Hood in Texas geplant. Der damalige Milit\u00e4rpsychiater Hasan hatte dort 13 Menschen get\u00f6tet und 32 verletzt. Hinrichtungen in den USA aktuell besonders im Fokus Trump hatte seine Hinrichtung erst vor Kurzem genehmigt - wenige Tage nachdem im US-Bundesstaat Tennessee ein Hinrichtungsversuch gescheitert war. Der wegen Mordes verurteilten Christa Pike wurden nach Angaben der Beh\u00f6rden zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht, doch sie lebte weiter. Der Fall hat die Debatte um die Todesstrafe in den USA neu entfacht. In einer Reihe mit Afghanistan und Iran? \u00d6ffentliche Erschie\u00dfungen wurden in den USA unter anderem w\u00e4hrend des Amerikanischen B\u00fcrgerkriegs im 19. Jahrhundert als Abschreckung eingesetzt. Die bislang letzte Hinrichtung durch ein Erschie\u00dfungskommando des US-Milit\u00e4rs fand 1945 statt. Die letzte allgemein \u00f6ffentliche Hinrichtung in den USA war 1936: Damals wurde im Bundesstaat Kentucky ein Mann vor Tausenden Schaulustigen geh\u00e4ngt. Falls die USA nun tats\u00e4chlich wieder eine \u00f6ffentliche Hinrichtung durchf\u00fchren, w\u00fcrde sie das in die N\u00e4he von Staaten r\u00fccken, deren Vorgehensweisen sie an anderer Stelle gerne anprangern. Im vergangenen Jahr fanden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mindestens 17 \u00f6ffentliche Hinrichtungen statt: sechs in Afghanistan und elf im Iran. Ein solcher Vorgang - zumal per Livestream \u00fcbertragen - wirft viele Fragen auf, etwa was genau Trumps Regierung damit bezweckt und ob es Zugangsbeschr\u00e4nkungen geben wird, um zu verhindern, dass beispielsweise Kinder die Hinrichtung verfolgen. Die letzte Milit\u00e4rhinrichtung in den USA fand 1961 statt Das US-Milit\u00e4r hat US-Medien zufolge im Jahr 1961 zuletzt einen Armeeangeh\u00f6rigen hingerichtet, der f\u00fcr die Vergewaltigung und den versuchten Mord an einer Elfj\u00e4hrigen w\u00e4hrend seines Einsatzes in \u00d6sterreich zum Tode verurteilt worden war. Falls das Urteil gegen Hasan vollstreckt wird, w\u00e4re es laut US-Medien zugleich die erste Hinrichtung auf Bundesebene seit Januar 2021. Damals lie\u00df Trump in den letzten Wochen seiner ersten Amtszeit 13 H\u00e4ftlinge exekutieren. Das Massaker von Fort Hood Im November 2009 hatte Hasan als Psychiater des US-Heeres auf dem St\u00fctzpunkt Fort Hood das Feuer er\u00f6ffnet und zw\u00f6lf Soldaten sowie einen Zivilisten get\u00f6tet und Dutzende Menschen verletzt, bevor er selbst angeschossen und festgenommen wurde. Hasan gab laut \u00abNew York Times\u00bb an, den Angriff im Namen des Dschihads, des sogenannten Heiligen Krieges, ver\u00fcbt zu haben. Die Kriege in Afghanistan und Irak habe er illegal genannt. Der Anschlag ereignete sich auf dem H\u00f6hepunkt des Anti-Terror-Kampfes nach dem 11. September 2001. Hasan wurde laut US-Medien in den USA als Sohn pal\u00e4stinensischer Eltern geboren und habe sich vor dem Anschlag zunehmend radikalisiert. F\u00fcr seine Tat wurde er 2013 von einem Milit\u00e4rgericht zum Tode verurteilt. Er habe keine Reue gezeigt und den Wunsch ge\u00e4u\u00dfert, bei dem Anschlag selbst gestorben zu sein, um als M\u00e4rtyrer zu gelten. Hasan ist laut US-Medien einer von vier Todeskandidaten im Milit\u00e4rjustizsystem. \u00a9 dpa-infocom, dpa:261008-930-812086/3