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24.03.2026
11:45 Uhr
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Seit 2009 dürfen in Deutschland auch Menschen ohne Abitur studieren. Immer mehr nutzen die Möglichkeit. 2024 haben erstmals über 10.000 von ihnen ein Studium absolviert.

In Deutschland schließen zunehmend mehr Menschen ohne Abitur ein Hochschulstudium ab. Im Jahr 2024 erlangten erstmals mehr als 10.000 Menschen einen Abschluss. Wie das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) mitteilte, absolvierten in dem Jahr 10.270 Menschen ohne Abitur ihr Bachelor- oder Masterstudium . Rund 70.000 Studierende ohne Hochschul- und Fachhochschulreife seien aktuell an einer deutschen Hochschule eingeschrieben – das entspricht einem Anteil von 2,4 Prozent aller Studierenden. Im Jahr 2009 wurden die Hochschulen bundesweit für beruflich Qualifizierte geöffnet. Inzwischen haben 104.941 Menschen ohne Abitur ein Studium abgeschlossen. Die Anzahl der beruflich qualifizierten Erstsemester ist zuletzt leicht angestiegen. Derzeit liegt sie laut CHE bei rund 13.000 Personen, die 2,7 Prozent aller Studienanfänger ausmachen. Zudem bleibe die Zahl der Studierenden, die sich im Beruf für eine akademische Ausbildung qualifiziert haben , konstant hoch. "Das Studium ohne Abitur hat sich damit als fester Bestandteil eines durchlässigen Hochschulsystems in Deutschland etabliert", hieß es von der Einrichtung. Starke Nachfrage in den Bereichen Gesundheit und Pflege Fachlich entscheidet sich rund die Hälfte der Studienanfänger ohne Abitur laut der Auswertung für ein Studium der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Darauf folgen Ingenieurwissenschaften mit 19,1 Prozent und der Bereich Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften mit 16,6 Prozent. "Gerade im Bereich Gesundheit und Pflege beobachten wir eine starke Nachfrage von Studieninteressierten ohne Abitur", sagte Studienleiterin Sigrun Nickel. In den Fächern Pflegewissenschaft sowie Pflegemanagement und in der Gesundheitspädagogik habe sich mittlerweile sogar jeder Vierte über den Beruf für das Studium qualifiziert. Auch im Medizin- und Zahnmedizinstudium gebe es inzwischen etliche Personen mit vorheriger Berufserfahrung im Gesundheitswesen, aber ohne Abitur. Bei der Zahl der beruflich qualifizierten Studierenden zeigen sich regionale Unterschiede. Mit einem Erstsemesteranteil von 5,8 Prozent liegt erstmals Bremen auf dem ersten Rang. In den vergangenen Jahren war Thüringen, das zuletzt auf einen Anteil von fünf Prozent kam, Spitzenreiter. Woran das liegt: Die private IU Internationale Hochschule hat ihren Hauptsitz in Erfurt. Die IU gehört mit 816 Erstsemestern zu den beliebtesten Hochschulen bei Studienanfängerinnen und -anfängern ohne Abitur. Im Vergleich zu den Vorjahren haben sich an der IU aber 2024 deutlich weniger beruflich qualifizierte Erstsemester eingeschrieben . Bei der Zahl der Studienanfänger liegt nun wieder die staatliche Fernuniversität in Hagen (1.128 Erstsemester) vorn, an zweiter Stelle kommt die private FOM Hochschule für Oekonomie & Management (925).