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25.03.2026
15:34 Uhr
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Weil die USA im Nahen Osten beschäftigt sind, warnt Taiwan, dass China die Lage für Aggressionen nutzen könnte. Die USA betonen, trotz Irankriegs reagieren zu können.

Die Führung Taiwans befürchtet, dass die Gefahr eines chinesischen Angriffs steigen könnte, weil die USA in den Irankrieg involviert sind. Taiwan wirft China vor, die Lage gezielt zu eskalieren, seit die USA Kräfte aus Ostasien verlegt haben. Als Beleg dafür wertet Taiwan die Wiederaufnahme von groß angelegten chinesischen Lufteinsätzen nahe der Insel seit Mitte März. "Dies ist eine Gelegenheit für China, Einfluss auszuüben", sagte ein hochrangiger Vertreter der taiwanischen Sicherheitsbehörden der Nachrichtenagentur Reuters. China versuche, Instabilität zu erzeugen, während die Präsenz der USA im Indopazifik in Richtung Naher Osten verlagert werde. Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte, die Fähigkeit des US-Militärs, auf gleichzeitige globale Bedrohungen zu reagieren, bleibe "gewaltig". Vorwurf der "kognitiven Kriegsführung" China betreibe "kognitive Kriegsführung", heißt es aus Taiwan. Chinesische Staatsmedien nutzten den Nahostkonflikt, um Zweifel an der Wirksamkeit von US-Waffen zu säen, auf die Taiwan im Falle einer Invasion angewiesen wäre. So zitierte eine Webseite der staatlichen China Media Group einen Forscher mit der Aussage, Taiwans Radaranlagen würden bei einem Angriff "unmittelbar zerstört" werden. In KI-generierten Videos wird zudem behauptet, Taiwan stehe vor einer "verheerenden" Energiekrise. Gleichzeitig unterbreitet die chinesische Regierung Angebote wie etwa Energiesicherheit, sollte sich die Insel der Herrschaft der Kommunistischen Partei unterwerfen. Taiwans Regierung wies dies als Propaganda zurück. Auch Experten warnen, ein langer Krieg im Nahen Osten berge Risiken. Er könnte die US-Waffenbestände aufzehren, die Aufmerksamkeit vom asiatisch-pazifischen Raum ablenken und Chinas Präsident Xi Jinping in seiner Position gegenüber Taiwan stärken, sagte Chang Kuo-Cheng, Professor für internationale Beziehungen an der Taipei Medical University. Zudem biete der Konflikt China eine Gelegenheit, US-Militäroperationen und Waffensysteme wie den F-35-Kampfjet zu beobachten. US-Geheimdienst geht nicht von baldigem Einmarsch aus Der Streit um den Status Taiwans geht auf das Ende des chinesischen Bürgerkriegs 1949 zurück, als sich die nationalchinesische Regierung nach ihrer Niederlage gegen Maos Kommunisten nach Taiwan zurückzog und dort die Republik China weiterführte. Seither beansprucht China die Insel als Teil der Volksrepublik und versucht, Partnerstaaten mit seinem Ein-China-Prinzip von offiziellen Kontakten zu Taiwan abzuhalten. Die USA erkennen Taiwan zwar nicht als unabhängigen Staat an, sind aber dessen wichtigster militärischer Unterstützer. Der US-Geheimdienst kommt in seinem kürzlich veröffentlichten Bericht zu der Einschätzung, dass China im Jahr 2027 keinen Einmarsch in Taiwan plant . Einen festen Zeitplan "für eine Vereinigung" habe die chinesische Führung demnach nicht. Die chinesischen Behörden seien sich im Klaren darüber, dass eine Invasion Taiwans "extrem herausfordernd" sein könnte und ein "hohes Risiko" bergen würde, "besonders im Falle einer US-Intervention".