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28.03.2026
12:25 Uhr
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Als erstes Land in Asien verbietet Indonesien die Nutzung sozialer Medien für unter 16-Jährige. Wie das schrittweise Verbot durchgesetzt wird, ist noch unklar.

Indonesien hat die Nutzung von sozialen Medien für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verboten. Ab Monatsende sollen Jugendliche den Zugang zu Plattformen wie YouTube, TikTok oder Instagram verlieren. Damit sollen sie laut Regierung vor Risiken wie Pornografie, Cybermobbing, Onlinebetrug und suchtartiger Internetnutzung geschützt werden . Ob das Verbot durch einen neuen Altersverifikationsprozess oder die automatische Deaktivierung von Accounts von Jugendlichen und Kindern umgesetzt wird, ist bislang unklar. In der ersten Phase der Umsetzung werden acht Plattformen verboten. Direkt vor dem Inkrafttreten der Verordnung erfüllten laut Indonesiens Digitalministerin Meutya Hafid bisher nur zwei Plattformen die neuen Anforderungen vollständig. Das Verbot nannte Hafid laut der staatlichen Nachrichtenagentur Antara entscheidend für den Datenschutz von Kindern im digitalen Raum. "Derzeit sind diese Daten über verschiedene Social-Media-Plattformen verstreut, und Kinder wissen oft nicht, welche Informationen geteilt werden sollten und welche nicht", sagte Hafid. Die digitalen Plattformen müssten allen Kindern gleichen Schutz gewährleisten, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, Nationalität, Religion oder anderen Faktoren. Mehrheit in Indonesien für Verbot Die Plattformen reagieren mit unterschiedlichen Maßnahmen auf das Verbot. Während die Spieleplattform Roblox Inhalts- und Kommunikationskontrollen für Spielerinnen unter 16 Jahre einführen möchte, wird X die Accounts von jungen Nutzern deaktivieren. Laut Umfragen aus dem Jahr 2025 ist eine Mehrheit der Eltern in Indonesien für Zugangsbeschränkungen für Minderjährige zu sozialen Medien. Die meisten Befragten nannten als Hauptgrund altersunangemessene Inhalte. Als erstes Land weltweit hat Australien im Dezember 2025 den Zugang zu Social Media für unter 16-Jährige verboten. Auch in Deutschland wird über ein Verbot diskutiert. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) sagte in einem Interview, dass sie die Erfahrungen in Australien genau beobachte . Die Regierungsparteien SPD und CDU haben sich für ein Mindestalter von 14 Jahren bei der Nutzung von sozialen Medien ausgesprochen. Die CSU zeigte sich jedoch skeptisch.