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23.03.2026
00:02 Uhr
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Bei der Parlamentswahl in Slowenien liegen die regierenden Liberalen nach Auszählung fast aller Stimmen vorn. Ihr Vorsprung auf die rechtsgerichtete SDS ist aber gering.

Bei der Parlamentswahl in Slowenien liegen die regierenden Liberalen knapp vor den Konservativen. Wie die Wahlkommission am Abend nach Auszählung von fast allen Stimmen mitteilte, erreichte die Freiheitsbewegung (GS) von Ministerpräsident Robert Golob rund 28,5 Prozent der Stimmen – dicht gefolgt von der rechtsgerichteten Slowenischen Demokratischen Partei (SDS) von Ex-Regierungschef Janez Janša mit rund 28,2 Prozent. In ersten Prognosen nach Schließung der Wahllokale hatte die liberale Regierungspartei noch etwas klarer vorne gelegen. Golob erklärte sich trotz des knappen Ergebnisses zum Sieger der Wahl. Die Wählerinnen und Wähler hätten ihre Stimme "der Demokratie gegeben, nicht nur der Freiheitsbewegung", sagte er am Abend in der Parteizentrale in der Hauptstadt Ljubljana. Er kündigte an, in seiner "nächsten Amtszeit" für "eine bessere Zukunft für alle" zu sorgen. Bei der Wahl in dem EU- und Nato-Mitgliedstaat hatte sich ein enges Rennen abgezeichnet. Zwar lag Janšas SDS in Umfragen lange in Führung. Nach einer Aufholjagd der Liberalen lagen beide Lager zuletzt aber fast gleichauf. Der 59-jährige Golob kam 2022 als Politikneuling ins Amt und regiert mit einer Mitte-Links-Koalition aus drei Parteien. Unter Golob wurde in Slowenien die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert. Zudem war seine Regierung eine der wenigen in der EU, die Israels Krieg im Gazastreifen als Völkermord bezeichnete. Bei seiner Stimmabgabe am Sonntag hatte Golob gesagt, dass "Demokratie und Sloweniens Souveränität nicht mehr als selbstverständlich" angesehen werden könnten. Bewunderer von Trump und Verbündeter von Orbán Janša war seit 2004 bereits dreimal Regierungschef, bevor er 2022 eine schwere Wahlniederlage gegen Golob erlitt. Der Rechtspopulist ist ein Bewunderer von US-Präsident Donald Trump und ein Verbündeter des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán . Im Wahlkampf warf der 67-jährige Janša der Regierung die Verschwendung von Geldern vor. Die Wahl nannte er auch ein "Referendum über Korruption". Zudem kündigte er an, "slowenische Werte" wie die "traditionelle Familie" wiederherzustellen und staatliche Mittel für bestimmte Nichtregierungsorganisationen zu streichen. Der Wahlkampf war von Vorwürfen versuchter Einmischung aus dem Ausland überschattet worden. Die Behörden untersuchen, ob das israelische Unternehmen Black Cube hinter heimlich aufgenommenen Videos steckt, die Golobs Regierung als korrupt darstellten. Janša räumte ein, sich mit einem Vertreter von Black Cube getroffen zu haben. Er bestritt jedoch jegliche Beteiligung an der Veröffentlichung der Videos.