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27.03.2026
16:40 Uhr
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Eine Umfrage hat körperliche und nicht körperliche sexualisierte Gewalt bei jungen Menschen untersucht. Ein Drittel berichtet von körperlicher sexueller Gewalt.

Knapp zwei Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland haben schon einmal sexuelle Beleidigungen, digitale sexualisierte Gewalt oder Belästigungen erlebt. Das ergab eine Sonderauswertung der Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) . Knapp ein Drittel der jungen Befragten (29 Prozent) gab an, mindestens einmal sexualisierte Gewalt mit Körperkontakt erlebt zu haben, also erzwungene körperliche Berührungen oder sexuelle Handlungen. Junge Frauen sind laut Befragung davon doppelt so häufig betroffen wie junge Männer (40 gegenüber 18 Prozent). Die Verantwortlichen für die Übergriffe seien in 71 Prozent der Fälle männlich gewesen. Die Umfrage wurde unter 3.514 Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren sowie 2.341 jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren in Deutschland durchgeführt. Die Daten wurden zwischen Februar und Juli 2025 erhoben. Sexualisierte Gewalt häufig durch Gleichaltrige Häufig erfahren Jugendliche sexualisierte Gewalt durch Gleichaltrige, wie die Auswertung zeigt. Bei den Taten seien oft auch andere Gleichaltrige dabei oder wüssten davon. Die meisten Betroffenen sprechen nach der ersten körperlichen Gewalterfahrung mit einer Vertrauensperson wie Freundinnen und Freunden (51 Prozent) oder Eltern (33 Prozent). "Unsere Jugendsexualitätsstudie zeigt sehr klar: Viele junge Menschen erleben sexualisierte Gewalt unter Gleichaltrigen, online genauso wie offline", sagte die stellvertretende Leiterin des Instituts, Mechthild Paul. Es sei wichtig, zu lernen, Übergriffe zu erkennen und klar zu benennen. "Gleichzeitig müssen wir sie darin bestärken, in riskanten Situationen sich und andere zu schützen sowie Betroffenen zur Seite zu stehen."