|
26.03.2026
20:30 Uhr
|
Tausende Menschen haben in Hamburg für mehr Schutz von Opfern sexualisierter Gewalt demonstriert. Auch Collien Fernandes war dabei, trotz Drohungen gegen sie.

Die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes hat in Hamburg an einer Demonstration für mehr Opferschutz teilgenommen und auch eine Rede gehalten. "Ich stehe jetzt hier mit einer schutzsicheren Weste, mit Polizeischutz und mit Security, weil ich Morddrohungen bekomme", sagte Fernandes, deren Stimme immer wieder stockte. "Da muss man sich nicht mehr wundern, dass so viele Frauen einfach auch den Mut nicht haben, rauszugehen und zu sagen, dieses und jenes wurde mir angetan." Am Mittwoch hatte Fernandes ihre Teilnahme an der Veranstaltung infrage gestellt und dies mit "ernsthaften Sicherheitsbedenken" aufgrund von Morddrohungen gegen sie begründet . Fernandes erneuert Vorwürfe Die Demonstranten forderten mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt . Tausende Menschen nahmen teil. Auf Plakaten waren die Worte "Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln" zu lesen. Die Aktion wurde unter anderem von der Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Kolumnistin Alexandra Zykunov unterstützt. Die Hamburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Annika Urbanski, die die Versammlung angemeldet hatte, sagte, man wolle ein sichtbares Zeichen auf der Straße setzen. Auch in Berlin und Hannover hatte es in den vergangenen Tagen Demonstrationen gegeben . Das Thema bekommt aktuell mehr Aufmerksamkeit, nachdem die Schauspielerin Collien Fernandes vergangene Woche Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen publik gemacht hatte. Sie wirft ihm langjährige sexualisierte Gewalt vor. Ulmens Anwalt teilte mit, es handle sich um eine einseitige Darstellung falscher Tatsachen. Am Donnerstag erneuerte Fernandes ihre Vorwürfe gegen Ulmen in einem Posting auf Instagram. Bundesjustizministerin bereitet Gesetz vor Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurden Stimmen laut, Frauen durch die Gesetzgebung stärker vor sexualisierter Gewalt im digitalen Raum zu schützen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) bereitet ein Gesetz vor , das unter anderem das Erstellen und Verbreiten sogenannter sexualisierter Deepfakes unter Strafe stellen soll. Deepfake-Videos sind mithilfe von künstlicher Intelligenz gefälschte Videos, die täuschend echt wirken . Sie können Ausschnitte mit realen Personen enthalten, die jedoch nie so stattfanden, sondern künstlich erzeugt wurden.