|
16.08.2026
12:14 Uhr
|
Nach dem antisemitischen Anschlag in Sydney können inzwischen verbotene Pistolen und Gewehren gegen Geld abgegeben werden. Die Maßnahme gilt zunächst in New South Wales.

Acht Monate nach dem antisemitischen Schusswaffenangriff am Strand Bondi Beach in Sydney hat der australische Bundesstaat New South Wales ein erstes Rückkaufprogramm für Schusswaffen in die Wege geleitet. Ab November sollen Waffenbesitzer ihre nach neuen Gesetzen verbotenen Pistolen und Gewehre gegen Geld bei den Behörden abgeben können, wie der australische Premierminister Anthony Albanese ankündigte. Weitere australische Bundesstaaten sollen folgen. Der Schussangriff am Bondi Beach in Sydney war einer der folgenschwersten in Australiens jüngerer Geschichte. Ein 50-Jähriger und sein Sohn schossen am 14. Dezember 2025 während einer Feier zum jüdischen Chanukkafest am Bondi Beach in eine Menschenmenge. 15 Menschen wurden getötet, Dutzende weitere verletzt. Der 50-Jährige wurde von Polizisten erschossen, sein Sohn sitzt in Haft und muss sich unter anderem wegen Mordes in 15 Fällen verantworten. New South Wales verschärfte nach dem Anschlag seine Waffengesetze : In dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat darf niemand mehr als vier Schusswaffen besitzen, für Bauern gibt es einige Ausnahmen. Wer mehr Pistolen und Gewehre besitzt, soll sie nun an den Staat verkaufen können. Für eine Schusswaffe gibt es bis zu Tausend australische Dollar (rund 612 Euro), die Kosten werden zwischen dem Bundesstaat und der Zentralregierung aufgeteilt. »Weniger gefährliche Waffen bedeuten sichereres New South Wales« »Wir wollen, dass diese Waffen abgegeben werden, dass es für sie eine Entschädigung gibt und sie sicher zerstört werden«, sagte New South Wales' Gouverneur Chris Minns. »Das ist ein großes Vorhaben, aber das Prinzip ist einfach: weniger gefährliche Waffen bedeuten ein sichereres New South Wales«. »Wir müssen alles tun, was wir können, damit ein antisemitischer Terroranschlag wie in Bondi nicht noch einmal passiert«, sagte Premierminister Albanese. »Dazu gehört eine bedeutende landesweite Waffenreform.« Das Rückkaufprogramm hatte sich zuvor verzögert, unter anderem weil es Streit um die Übernahme der Kosten gab. Nach Regierungsangaben gab es im vergangenen Jahr in Australien eine Rekordzahl von 4,1 Millionen Schusswaffen, davon mehr als 1,1 Millionen in New South Wales. Die mutmaßlichen Schützen vom Bondi Beach setzten bei dem Anschlag leistungsstarke Schusswaffen ein, die legal erworben worden waren. Es dürfte sich um das umfangreichste Rückkaufprogramm in Australien seit einer ähnlichen Initiative nach dem Massaker von 1996 in Port Arthur in Tasmanien handeln, bei dem ein Amokläufer 35 Menschen tötete.