Zeit 02.10.2026
01:22 Uhr

Schulproteste in Frankreich: Fast 2.000 Festnahmen bei Schülerprotesten in Frankreich


In teils gewalttätigen Protesten wurden in Frankreich 305 Einsatzkräfte verletzt. Auch Lehrer und Schüler kamen zu Schaden. Am Freitag bleiben 400 Schulen geschlossen.

Schulproteste in Frankreich: Fast 2.000 Festnahmen bei Schülerprotesten in Frankreich
Bei den andauernden Schulprotesten in Frankreich sind inzwischen 1.949 Menschen festgenommen worden. Den meisten Festgenommenen werde Gewalt vorgeworfen, hieß es aus dem Innenministerium. Die Gewalt richtete sich vor allem gegen Einsatzkräfte: 305 Polizisten und Gendarmen wurden demnach bisher verletzt. An diesem Freitag sollen wegen des Protests mehr als 400 Schulen geschlossen bleiben und nur Fernunterricht anbieten, sagte Bildungsminister Édouard Geffray. Ihm zufolge wurden seit Beginn der Proteste auch 170 Schüler und 65 Menschen aus dem Bildungswesen verletzt. Bereits seit Ende vergangener Woche demonstrieren Schülerinnen und Schüler in mehreren Städten für eine bessere Ausstattung und mehr Mittel an den weiterführenden Lycées. Sie klagen über marode Schulgebäude, überfüllte Klassen und zu wenig Lehrkräfte. Teils bezog sich der Ärger an den Gymnasien auch auf die Plattform, über die Zulassungen für Universitäten erfolgen. Bildungsminister sucht Dialog Während etliche Schülerinnen und Schüler friedlich demonstrieren, gab es auch immer wieder Ausschreitungen . Mülltonnen brannten, Einsatzkräfte wurden angegriffen und Schulgebäude beschädigt. In mehreren Städten wurde der öffentliche Nahverkehr wegen der Proteste eingeschränkt. In Marseille wurde ein Feuerwehrauto in Brand gesetzt. Das Innenministerium kritisierte, die Lage habe nichts mehr mit dem legitimen Äußern von Forderungen zu tun. Vielmehr seien nun Zeichen von »städtischer Unruhe« zu beobachten. Dass die Proteste bereits seit Tagen nicht abreißen und sich auf Universitäten ausbreiten, setzt Frankreichs Regierung unter Druck. Premierminister Sébastien Lecornu berief eine Krisensitzung zur Lage an den Gymnasien ein. Medienberichten zufolge wurden die Ministerinnen und Minister gebeten, geplante Reisen abzusagen. Bildungsminister Geffray rief im Sender France 2 zur Ruhe auf und kündigte Gespräche mit Vertretern der Gymnasiasten an. Deren Forderungen müssten gehört werden, sagte Geffray, der einzige Weg sei der Dialog.