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11.08.2026
13:53 Uhr
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Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) verspricht eine weitere Reduzierung des Unterrichtsausfalls an den Schulen. «Das werden wir auch erreichen», sagte er bei der Vorstellung des neuen Schuljahres in Dresden. Im vergangenen Schuljahr habe man gerade an den Oberschulen die Unterrichtsausfälle um über 20 Prozent senken können. «Deshalb bleibt weiter das oberste Gebot, dass mehr Unterricht an unseren Schulen stattfindet, weniger Unterricht ausfällt.» Wie will Sachsen den Unterrichtsausfall reduzieren? Da bei dem bundesweiten Lehrermangel in Deutschland das Reservoir an Lehrkräften nicht üppig ist, muss Sachsen mit dem vorhandenen Potenzial umgehen. Bereits im vergangenen Jahr gab es rund 5.000 Abordnungen von Lehrkräften an andere Schulen, die einen besonderen Bedarf hatten. Im Ergebnis konnte an den Oberschulen der Stundenausfall um 26 Prozent gesenkt werden. Im neuen Schuljahr geht das Kultusministerium von weit mehr als 5.000 Abordnungen aus. «Die größte Herausforderung bleibt die gerechte Verteilung der zur Verfügung stehenden Lehrerinnen und Lehrer auf ganz Sachsen», betonte der Minister. Gewerkschaften kritisieren Abordnungen Gewerkschaften kritisieren die Abordnungen, sie sehen darin nur eine Umverteilung des Lehrermangels. «Herr Clemens spricht gern davon, was eine abgeordnete Lehrkraft an der neuen Schule dazulernt. Er verschweigt, was an der Stammschule verloren geht: die Klassenleitung, das Vertrauen der Schülerinnen und Schüler, die eingespielte Arbeit im Kollegium», erklärte der Chef des Sächsischen Lehrerverbandes, Michael Jung. Was sind weitere Schwerpunkte der Bildungspolitik in Sachsen? Ein wichtiger Teil der Strategie «Bildungsland Sachsen 2030» ist die Modernisierung aller 528 Lehrpläne. Sie werden erstmals seit 2004 alle gleichzeitig überarbeitet. Die neuen Lehrpläne sollen den Schülern mehr Kompetenzen vermitteln sowie gesellschaftliche und bildungspolitische Entwicklungen aufgreifen. Auch Demokratie- und Medienbildung sowie sprachliche Bildung sollen mehr berücksichtigt werden. Was ist mit dem Handyverbot? Das Handyverbot gilt nun nicht mehr nur an Grundschulen, sondern bis zur Klassenstufe 8. Wie viele neue Lehrerinnen und Lehrer kommen an die Schulen? Nach Angaben des Kultusministeriums hat Sachsen für das neue Schuljahr bisher 905 Lehrkräfte eingestellt. 731 von ihnen sind grundständig ausgebildet. Dazu kommen 157 Seiteneinsteiger und 17 pädagogische Fachkräfte. 87 Lehrkräfte stammen aus anderen Bundesländern. Clemens geht nicht davon aus, dass Sachsen viele Absolventen an andere Bundesländer verloren hat. Ein Großteil der Absolventen bewarb sich für eine Anstellung im Raum Leipzig und Dresden. Auf Leipzig entfielen sogar 51 Prozent aller Bewerbungen. Wie hoch ist die Schülerzahl im neuen Schuljahr? Nach vorläufigen Angaben steigt die Schülerzahl im neuen Schuljahr von 527.192 auf 527.300 leicht an. Es gibt rund 37.700 Erstklässler. Mit etwa 439.900 geht die Zahl der Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Schulen leicht zurück (Vorjahr: 440.394). Bei Schulen in freier Trägerschaft gibt es eine andere Tendenz - hier steigt die Schülerzahl von 86.798 auf rund 87.400. Die Zahl der Schulen in öffentlicher Trägerschaft bleibt konstant bei 1.388, die Anzahl freier Schulen wächst von 429 auf 432. Welche Reaktionen gibt es auf die Ankündigungen? Nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft verschlimmert sich die angespannte Lage an den Schulen im neuen Schuljahr. «Die Belastung steigt durch die massive Ausweitung der Abordnungen immer weiter. Lehrkräfte müssen damit an mehreren Schulen unterrichten, häufig schulart- und fachfremd», hob GEW-Chef Burkhard Naumann hervor. An der Stammschule entstünden neue Engpässe. Das Ministerium überspannt den Bogen deutlich. «Die Gleichverteilung des Elends ist keine Lösung.» Grüne und Linken bleiben skeptisch Auch die Grünen und Linke im Sächsischen Landtag blicken sorgenvoll auf das neue Schuljahr. «Willkommen im Land der Abordnungen und Ausfälle. Trotz sinkender Schülerzahlen fällt aktuell jede elfte Unterrichtsstunde im Freistaat aus und jede sechste Lehrkraft wird versetzt, um Fehlstellen auszugleichen», monierte die grüne Bildungsexpertin Christin Melcher. Linke-Politikerin Luise Neuhaus-Wartenberg kann sich nicht vorstellen, «dass irgendwer euphorisch ins neue Schuljahr startet». Die Modernisierung der Lehrpläne begrüßte sie. Grüne und Linke warben für mehr Gemeinschaftsschulen. © dpa-infocom, dpa:260811-930-512619/3