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27.03.2026
10:30 Uhr
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Der Landesrechnungshof hat bei einer Prüfung der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt (AMG) gravierende Mängel festgestellt. Die AMG habe ihren Beschäftigten Vorteile gewährt, die im öffentlichen Dienst nicht erlaubt seien, gab Rechnungshofpräsident Kay Barthel in Magdeburg bekannt. Es handle sich dabei etwa um private Versicherungen und eine besonders hochwertige Büroausstattung. Den Angaben zufolge wurden unter anderem teure Möbel angeschafft und ein teurer Leasingvertrag abgeschlossen. "Auch bei der Vergabe von Aufträgen wurden geltende Vorschriften nicht eingehalten", so das Urteil der Prüfer. "Zudem sind Dienstwagen teilweise privat genutzt worden, ohne dass es dafür klare Regeln gab." Weiterhin sei die Abrechnung von Personalkosten teilweise zu hoch angesetzt worden, hieß es. Braucht es die Gesellschaft noch? Nach den Hinweisen der Prüfer gab es bereits erste Konsequenzen. Versicherungen wurden gekündigt und die Fahrzeugnutzung geregelt, hieß es dazu vom Rechnungshof. "Wir erwarten darüber hinaus, dass das zuständige Ministerium die Haushalts- und Wirtschaftsführung der AMG insgesamt evaluiert und bei Verstößen das Geld zurückfordert." Die AMG unterstützt nach eigenen Angaben Unternehmen der Land- und Ernährungswirtschaft dabei, sich am Markt zu positionieren, etwa mit Marketingmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit. Aus Sicht des Rechnungshofs sollte geprüft werden, ob die AMG noch notwendig ist. Eventuell könnten die Aufgaben wirtschaftlicher durch die Investitions- und Marketinggesellschaft des Landes miterledigt werden, hieß es. © dpa-infocom, dpa:260327-930-874221/1