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24.03.2026
10:59 Uhr
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Im Herbst wurde ein Technologiezentrum in Berlin angegriffen. Ermittler haben die linksextreme Szene im Visier und führen in ganz Deutschland Razzien durch.

Im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Brandanschlag auf die Stromversorgung im vergangenen Herbst hat die Polizei eine Razzia gegen mehrere Verdächtige gestartet. Seit dem Morgen wurden an 17 Orten in Berlin, Brandenburg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen Wohnungen und andere Räume durchsucht, wie die Berliner Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Ermittlungen richten sich demnach gegen namentlich bekannte Beschuldigte. Insgesamt waren 500 Polizisten im Einsatz. Vor einigen Häusern in Berlin, die der linken Szene zugeordnet werden, standen vermummte Einsatzkräfte. In der Schererstraße in Wedding führte die Polizei einen Spürhund in das Haus. Zimmer und Büros im Erdgeschoss wurden durchsucht. Polizisten trugen Laptops hinaus. Auch eine linksextremistisch-anarchistische Bibliothek in Kreuzberg war im Visier der Polizei. In Düsseldorf durchsuchte die Polizei Räume an einer Adresse, an der sich ein Verdächtiger häufig aufgehalten haben soll. Knapp 50.000 Haushalte betroffen Mutmaßliche Linksextremisten hatten im September 2025 einen Brandanschlag auf einen Strommast im Berliner Technologiepark Adlershof verübt und Starkstromkabel weitgehend zerstört. In einem Bekennerschreiben im Internet war von einem Angriff auf den Technologiepark und die dortigen Firmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen IT, Robotik, Bio- und Nanotechnologie, Raumfahrt sowie Sicherheits- und Rüstungsindustrie die Rede. Nach Angaben des Netzbetreibers Stromnetz Berlin waren insgesamt knapp 50.000 Kunden von dem Stromausfall betroffen, darunter sowohl Haushalte als auch Gewerbe- und Pflegeeinrichtungen. Nach Angaben der Feuerwehr wurden fünf Bewohner aus zwei Pflegeheimen vorübergehend in Krankenhäuser verlegt. Es dauerte Tage, bis die Stromversorgung überall wiederhergestellt war . Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte dem Tagesspiegel : "Wer unsere kritische Infrastruktur angreift, greift die Sicherheit unserer gesamten Stadt an. Das werden wir nicht hinnehmen." Die Sicherheitsbehörden handelten "entschlossen und rechtsstaatlich, um die Hintergründe des Angriffs auf das Stromnetz lückenlos aufzuklären und mögliche weitere Gefahren abzuwenden". Im Januar kam es in Berlin erneut zu einem Anschlag auf das Stromnetz, zu dem sich eine linksextreme Gruppe bekannte . Von diesem Stromausfall waren zeitweise bis zu 100.000 Menschen betroffen.