Zeit 25.03.2026
10:04 Uhr

Raumfahrt der Nasa: Jetzt will die Nasa wirklich zum Mars – mit Atomkraft!


Die Rückkehr zum Mond und der Bau einer Basis? Macht die Nasa nebenbei. Der große Plan lautet: 2028 soll ein Raumschiff zum Mars aufbrechen – mit Atomreaktor im Inneren.

Raumfahrt der Nasa: Jetzt will die Nasa wirklich zum Mars – mit Atomkraft!
Prometheus brachte den Menschen das Feuer und wurde dafür von den Göttern an einen Felsen gekettet, zur Strafe. Was wagte er! Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat sich davon nicht schrecken lassen. Als sie in den frühen 2000er-Jahren erforschen ließ, wie das Feuer der Atomspaltung ein interplanetares Raumschiff antreiben könne, nannte sie das Vorhaben Project Prometheus . Ein Vierteljahrhundert später nun hat der Vizechef der Nasa, Amit Kshatriya, angekündigt: "Wir bringen den nuklearen Antrieb endlich aus dem Labor in den Weltraum." Genauer: zum Mars. Dorthin soll ein mit einem Kernreaktor bestücktes Raumschiff fliegen. Sein Name steht schon fest, Space Reactor‑1 Freedom. Und es kann wirklich niemand sagen, irgendetwas davon sei subtil kommuniziert worden. Trug die Veranstaltung, bei der Nasa-Chef Jared Isaacman am Dienstagabend europäischer Zeit im Nasa-Hauptquartier seine Pläne für Veränderungen bei der Raumfahrtbehörde präsentierte , doch schlicht den Namen Ignition, also Zündung. Dazu gehörte ein ganzer Strauß, nun ja, zündender Ankündigungen. So will die Nasa einen Drei-Stufen-Plan für eine Mondbasis verfolgen, die am Ende permanent bewohnt sein soll: Zwar war dieser Teil der Ankündigung streng genommen Old News – bereits Ende Dezember hatte US-Präsident Trump in einem Dekret eine amerikanische Mondbasis bis 2030 verordnet . Aber naturgemäß erzeugte dieses Thema das größte Medienecho. "Diesmal geht es nicht um Flaggen und Fußabdrücke. Diesmal ist unser Ziel, dort zu bleiben", sagte Isaacman. Nach seinen Angaben wolle die Nasa bis zum Ende des Jahrzehnts 20 Milliarden US-Dollar in den Aufbau der Basis stecken. Das dafür nötige Budget muss die Raumfahrtbehörde allerdings vom Kongress bewilligt bekommen. En passant hieß es auch, man werde das Lunar Gateway "pausieren", jene Station im Mondorbit, an deren Planung und Bau die Europäer intensiv beteiligt waren – die in den USA aber nur wenig Unterstützung genoss. Indessen wurden Privatfirmen zu Vorschlägen für eine künftige Raumstation als Nachfolgerin der ISS im Erdorbit eingeladen, ebenso wie für outgesourcte Forschungsmissionen der Zukunft, genannt Science as a Service . Auch die künftige Abkehr von der als Milliardengrab verschrienen Mondrakete SLS signalisierten die Nasa-Verantwortlichen. Zunächst soll diese aber wie geplant am 1. April wieder Astronauten auf einen Flug um den Mond ins All tragen. Eine Renaissance der Kernkraft – im All? Keine der Ankündigungen war allerdings so konkret und ambitioniert wie jene des prometheischen Reaktorraumschiffs. "Der Nasa-Vorstoß zu nuklearen Antrieben stellt eine komplette Kehrtwende dar", kommentierte das Wissenschaftsmagazin Science . Schließlich habe der Haushaltsentwurf des vergangenen Jahres noch das Ende von Forschungsprojekten in diese Richtung verheißen. – Findet die viel beschworene Renaissance der Kernkraft etwa nicht auf der Erde statt, sondern im Weltraum? Nuclear Electric Propulsion (kurz: NEP) ist ein jahrzehntealtes Konzept, harrt aber bis heute des großen Durchbruchs. Um Verwechslungen auszuschließen: Viele Raumfahrzeuge, die in den vergangenen Jahrzehnten in die kalten und dunklen Weiten des Sonnensystems geschickt wurden, verfügen über sogenannte Zerfallsbatterien (im Jargon der Ingenieure: Radioisotop-Thermoelektrische Generatoren, kurz RTG). In ihnen zerfällt radioaktives Material und setzt dabei Wärme frei, die wiederum an Bord in Strom umgewandelt wird. Die Jupiter-Sonde Galileo wurde so betrieben, ebenfalls die schon in den 1970er-Jahren gestarteten Raumsonden Voyager I und II. Das Magazin Scientific American zitierte den Sprecher der Planetary Society , Casey Dreier, mit der Einschätzung, dass das Bekenntnis zur Kernenergie wohl der bemerkenswerteste Aspekt der Ignition-Veranstaltung der Nasa war. Nuklearelektrische Antriebe würden "enorme Möglichkeiten für die Energienutzung bei verschiedenen wissenschaftlichen Missionen und natürlich auch bemannten Missionen im Sonnensystem eröffnen", sagte Dreier.