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09.08.2026
12:01 Uhr
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Eine Abgeordnete hat Kosovos Ministerpräsidenten Albin Kurti mit Eiern beworfen. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer lang andauernden politischen Blockade.

Kosovos geschäftsführender Ministerpräsident Albin Kurti ist im Parlament von einer Abgeordneten der Opposition mit Eiern beworfen worden. Die Sitzung wurde daraufhin unterbrochen, während Sicherheitskräfte herbeieilten, um Kurti abzuschirmen. Aufnahmen zeigen, wie die 61-jährige Abgeordnete Time Kadrijaj von der Allianz für die Zukunft des Kosovo (AAK) auf den Regierungschef zugeht und unter Protestrufen im Saal mehrere Eier in dessen Richtung wirft. Zuvor hatte Kurti um mehr Zeit für die Koalitionsverhandlungen gebeten und angekündigt, die konstituierende Sitzung des Parlaments ein weiteres Mal zu vertagen. Kurti zeigte sich von dem Vorfall unbeeindruckt. Wenn das Werfen von Eiern der Preis für den Dialog sei, sei er »gerne bereit, ihn zu zahlen«. Er selbst ist seit Monaten nur geschäftsführend im Amt. Anderthalb Jahre ohne ordentliche Regierung Im Kosovo gibt es seit rund anderthalb Jahren eine politische Blockade. In diesem Zeitraum fanden mittlerweile drei Parlamentswahlen statt, eine Regierung konnte jedoch nicht gebildet werden. Auch der Posten des Parlamentspräsidenten ist zurzeit unbesetzt, trotz einer Frist von 30 Tagen, die das Verfassungsgericht am 8. Juli dafür gesetzt hatte. Ministerpräsident Albin Kurti ist seit 2021 im Amt. Bei den regulären Wahlen im Februar 2025 hatte seine linksnationalistische Selbstbestimmungs-Partei (VV) die absolute Mehrheit verloren. Kritiker werfen ihm vor, eine ordentliche Regierungsbildung zu verzögern. Kurti betrachte das Parlament als sein Eigentum, schimpfte etwa Enver Hoxhaj, Abgeordneter der Demokratischen Partei (PDK) und stellvertretender Ministerpräsident von 2017 bis 2019. Seit dieser Woche läuft zudem eine 60-Tage-Frist, innerhalb derer das Parlament ein neues Staatsoberhaupt wählen muss. Gelingt das nicht, drohen wieder Neuwahlen.