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28.09.2026
14:48 Uhr
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Das Pharmaunternehmen BioNTech schließt seine Werke in Marburg, Idar-Oberstein und Tübingen. Nach Unternehmensangaben scheiterte der geplante Verkauf der Standorte.

Drei deutsche Produktionsstandorte des Pharmaunternehmens BioNTech werden nach Angaben des Unternehmens geschlossen. Betroffen sind insgesamt 1.800 Mitarbeitende in den Werken im hessischen Marburg, im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein und in Tübingen in Baden-Württemberg. Die Standorte sollen zeitlich versetzt geschlossen werden. Der Standort Tübingen werde Ende 2027 geschlossen, Marburg Anfang 2028 und Idar-Oberstein Ende 2028. In dem Marburger Werk wurden bislang Covid-19-Impfstoffe auf mRNA-Basis sowie Plasmid-DNA, ein wichtiges Ausgangsmaterial für mRNA-Impfstoffe und Zelltherapien, hergestellt. Bei dem Standort in Tübingen handelt es sich um den Sitz von Curevac. Der einstige Konkurrent im Rennen um einen Corona-Impfstoff wurde durch BioNTech übernommen. In Idar-Oberstein werden unter anderem Therapeutika für frühe klinische Entwicklungsphasen produziert. Das Mainzer Unternehmen fand nach eigenen Angaben keine Käufer für die drei Standorte. BioNtech wurde in der Corona-Pandemie mit seinem Covid-19-Impfstoff weltbekannt. Bisher keine Details zu Abfindungskonditionen Dass BioNTech die drei Standorte nicht weiter betreiben will, hatte das Unternehmen bereits im Frühjahr bekannt gegeben. Grund seien eine zu geringe Auslastung, Überkapazitäten, Kosteneinsparungen, zudem liege der neue Fokus auf der Krebsmedizin. Dass Verkäufe der Werke nicht realisiert werden konnten, liege im Wesentlichen an dem aktuell schwierigen Markt- und Investitionsumfeld, teilte BioNTech mit. Für alle Standorte habe es Prüfungen und vertrauliche Gespräche zum möglichen Verkauf an internationale, nationale und mittelständische Firmen und Investoren gegeben. Um die Standortschließungen sozialverträglich zu gestalten, seien mit dem Konzernbetriebsrat ergänzende Abfindungskonditionen vereinbart worden. Details dazu nannte das Pharmaunternehmen bisher nicht. Nachfrage nach Covid-Impfstoff geht zurück Das Unternehmen mit weltweit rund 7.200 Beschäftigten befindet sich seit Jahren in einem Wandlungsprozess samt Umstrukturierung. BioNtech hatte gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer die erste Marktzulassung für einen Impfstoff gegen Covid-19 bekommen und damit Milliarden verdient. Doch die Nachfrage nach dem Covid-19-Impfstoff geht seit einigen Jahren zurück. Bisher hat das Unternehmen kein anderes zugelassenes Produkt, doch geforscht wird an einer ganzen Reihe neuer Produkte, vor allem in der Onkologie. Das Unternehmen will künftig auf Immuntherapien auf mRNA-Basis sowie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate setzen. Die Forschung ist sehr kostenintensiv. In den ersten sechs Monaten dieses Jahr machte das Unternehmen ein Minus von 1,35 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es 802,4 Millionen. Zudem verlassen mit den Mitbegründern, Uğur Şahin und Özlem Türeci, zentrale Köpfe zum Ende des Jahres das Unternehmen. Sie planen, sich in einem neuen Unternehmen der Entwicklung der nächsten Generation von Medikamenten auf mRNA-Basis zu widmen. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.