Zeit 24.03.2026
09:43 Uhr

Parlamentswahl: Vorgezogene Parlamentswahl ist in Dänemark gestartet


Ministerpräsidentin Frederiksen hat wegen der Lage um Grönland frühe Wahlen angekündigt. Ihren Sozialdemokraten dürften aber auch die Umfragewerte entgegenkommen.

Parlamentswahl: Vorgezogene Parlamentswahl ist in Dänemark gestartet
In Dänemark hat die vorgezogene Parlamentswahl begonnen. Die Wahllokale öffneten um 8.00 Uhr, erste Hochrechnungen werden nach Schließung der Wahllokale um 20.00 Uhr erwartet. Die Sozialdemokraten der seit 2019 regierenden Ministerpräsidentin Mette Frederiksen liegen in aktuellen Umfragen mit etwa 20 Prozent vorn. Dennoch dürften sie im Vergleich zur Wahl 2022 Stimmen verloren haben. 4,3 der insgesamt sechs Millionen Däninnen und Dänen sind zur Wahl in dem EU- und Nato-Land aufgerufen. Frederiksen hatte vor wenigen Wochen eine frühe Wahl angekündigt und dies mit dem geopolitischen Streit mit den USA um Grönland begründet. Beobachterinnen und Beobachter gehen jedoch davon aus, dass auch die wieder besseren Umfragewerte für die Sozialdemokraten eine Rolle in dieser Entscheidung gespielt haben dürften. Grundsätzlich muss in Dänemark spätestens alle vier Jahre gewählt werden. Der Ministerpräsident oder die Ministerpräsidentin dürfen individuell den Zeitpunkt festlegen. Nach der Wahl im November 2022 hätte in Dänemark also spätestens Ende des Jahres gewählt werden müssen. Auch in Grönland und auf den Färöer wird gewählt Zwölf Parteien stehen in Dänemark zur Auswahl, wer mehr als zwei Prozent der Stimmen bekommt, darf in den sogenannten Folketing einziehen. Auch in Grönland und auf den Färöer wählen die Menschen. Insgesamt vier Sitze im Parlament sind für Abgeordnete aus den halbautonomen Territorien des Königreiches Dänemark vorgesehen. Sowohl Grönland als auch die Färöerinseln haben jedoch auch eigene Parlamente und Regierungen, die unabhängig vom dänischen Folketing gewählt werden. Im Wahlkampf ging es weniger um die sicherheitspolitische Situation rund um Grönland, sondern vielmehr um innenpolitische Themen. So wurde über die konventionelle Schweinezucht und sauberes Trinkwasser gestritten, über Benzinpreise und die Wiedereinführung einer Vermögensteuer zur Finanzierung des Sozialstaates. Migrationspolitik wird in Dänemark weniger kontrovers diskutiert als andernorts in Europa. Fast alle Parteien vertreten eine sehr ähnliche, restriktive Position – die Sozialdemokratin Frederiksen will die Anzahl von Flüchtlingen in ihrem Land auf null senken . Auch über Klimaschutz wird weniger debattiert , weil darüber ebenfalls Konsens herrscht. Rund 32 Prozent der Dänen betrachten Umfragen zufolge das Klima als wichtigstes Thema für diese Parlamentswahl.