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27.03.2026
09:35 Uhr
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In der Nacht hat sich der gestrandete Wal freigeschwommen und wurde in der Lübecker Bucht gesichtet. Helfer sollen nun versuchen, das Tier in die Nordsee zu lotsen.

Der seit Tagen in der Ostsee vor Timmendorfer Strand auf einer Sandbank festsitzende Wal hat sich aus eigener Kraft befreit. Am Morgen war das 12 bis 15 Meter lange Tier nicht mehr zu entdecken, berichtete ein Reporter der ZEIT. Auch der Tierschützer Robert Marc Lehmann bestätigte: Der Buckelwal hat sich in der Nacht zum Freitag freigeschwommen. Nun bewegt sich das Tier noch in der Lübecker Bucht und wird von mehreren Schiffen – unter anderem von Tierschützern und der Küstenwache – begleitet. Dass der Wal überhaupt wieder ins tiefere Wasser gelangen konnte, ist das Ergebnis eines aufwendigen Rettungseinsatzes: Mithilfe einer Rinne, die ein Schwimmbagger ausgehoben hatte, fand das Tier schließlich den Weg zurück. Noch in der Dunkelheit und mithilfe von Scheinwerfern hatten die Einsatzkräfte am Vortag daran gearbeitet, den Wal zu befreien. Zwar bewegte sich das Tier zwischenzeitlich vorwärts, doch zunächst fehlte noch ein entscheidender Abschnitt. In der Nacht überwand das Tier nach Angaben Lehmanns die letzten noch fehlenden zehn Meter bis in tieferes Wasser. Wal muss im offenen Wasser bleiben Trotz des Erfolgs sei der Wal noch nicht in Sicherheit, sagte Lehmann. Nun komme es darauf an, dass er im offenen Wasser bleibt und möglichst in die Nordsee schwimmt. Die Befreiung von der Sandbank sei nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wirklich zu Hause sei das Tier erst wieder im Atlantik, sagte Lehmann. "Ich bin einfach nur froh", sagte der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke. Jetzt müsse der Wal gesucht und dann mit Booten in die Nordsee begleitet werden. Laut Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung habe das Tier keinen Sender, da seine Haut zu stark erkrankt sei. Nun müsse abgewartet werden, wie der Wal schwimme, sagte sie. Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident zeigte sich erfreut. "Ich habe mich natürlich darüber gefreut, ich bin ja gestern auch vor Ort gewesen, um mich mal bei allen zu bedanken, die dort mitgeholfen haben", sagte Daniel Günther (CDU) laut dem WDR. Es seien zahlreiche ehrenamtliche Helfer, etwa von der Feuerwehr und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), sowie Umweltschützer und Wissenschaftler vor Ort. Nun kommt es darauf an, ob der Meeressäuger den "richtigen Weg" findet, denn er müsse noch von der Ostsee in die Nordsee gelangen. "Mal sehen, ob wir ihn dabei begleiten und hinauslotsen müssen." Unterstützung dafür hatte Günther bereits zugesagt: Nach der Befreiung des Wals wolle das Land bei Bedarf Boote einsetzen, um ihn durch die Ostsee zu begleiten und ein erneutes Stranden zu verhindern. Wal seit Montag gestrandet Die mehrtägige Rettungsaktion mit Baggern und Tauchern hat damit ein gutes Ende genommen. Am Donnerstagabend mussten die Helfer ihre Bemühungen zunächst erfolglos unterbrechen. Das Tier zeigte sich zuletzt aktiver als in den Tagen zuvor. Die Helfer versuchten, es am Abend auch mit Lärm zu animieren, durch Hupen, Trommeln oder Rufen. Auch das Tier selbst gab immer wieder lautes Brummen von sich. Der Buckelwal war Montagmorgen auf einer Sandbank entdeckt worden . Warum der Wal vor Niendorf aufgetaucht war, ist bislang unklar. Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) hatte gesagt, vielleicht sei das Tier krank oder verletzt, vielleicht auch nur erschöpft gewesen. Es könne aber auch sein, dass der Wal einfach durch einen unglücklichen Zufall in diesem Flachwasserbereich gelandet sei. Nach Angaben der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd handelt es sich bei dem Tier wahrscheinlich um den Wal, der bereits zuvor wiederholt auch vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gesichtet worden war und Anfang März durch sein Auftauchen im Hafen von Wismar Aufsehen erregt hatte. Großwale wie Buckelwale sind in der Ostsee nicht heimisch. Sie könnten demnach auf der Suche nach Nahrung Fischschwärmen folgen und in der Ostsee landen. Auch Unterwasserlärm könnte laut Experten eine Rolle spielen.