Zeit 31.05.2026
20:04 Uhr

Olympische und Paralympische Spiele: Hamburger stimmen gegen Olympia-Bewerbung


Hamburg ist raus aus dem Rennen um die deutsche Olympia-Bewerbung. Schon vor Ende der Auszählung der Stimmen des Referendums steht die Mehrheit gegen die Pläne fest.

Olympische und Paralympische Spiele: Hamburger stimmen gegen Olympia-Bewerbung
Die Hamburgerinnen und Hamburger haben sich in einem Referendum gegen eine Bewerbung ihrer Stadt um Olympische und Paralympische Spiele ausgesprochen. Damit scheidet Hamburg aus dem Rennen um die deutsche Kandidatur aus, noch bevor es richtig angefangen hat. Laut Landeswahlleiter Oliver Rudolf stand schon vor Ende der Auszählung der abgegebenen 652.193 Stimmen eine klare Mehrheit gegen die Kandidatur für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 an Alster und Elbe fest. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 49,5 Prozent. Rund 1,3 Millionen Menschen ab 16 Jahren waren stimmberechtigt. Im Vorfeld war von einem engen Rennen ausgegangen worden. Erneutes Scheitern wie 2015 Der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte vor dem Referendum bei den Hamburgern intensiv für ein »Ja« geworben. Er verwies dabei auf das nachhaltige Konzept mit kurzen Wegen. Gegen die Olympia-Bewerbung hatten sich hingegen die Linke, die AfD, die Initiative »NOlympia« und Umweltschutzverbände ausgesprochen. Damit scheiterten die Initiatoren einer Bewerbung wie 2015 mit ihrem Referendum. Damals hatten die Bürgerinnen und Bürger schon einmal gegen eine Bewerbung Hamburgs für die Spiele 2024 entschieden. 51,6 Prozent stimmten damals dagegen, nur 48,4 Prozent dafür. Die Wahlbeteiligung lag mit 50,2 Prozent sogar noch höher als diesmal. DOSB entscheidet im September Nach diesem Votum kann sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit Hamburg nun nicht mehr beim Internationalen Olympischen Komitee um die Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Damit bleiben München, Köln/Rhein-Ruhr und Berlin im Rennen. Der DOSB entscheidet am 26. September, mit welchem Kandidaten er ins internationale Bewerbungsverfahren geht. Dafür bewertet der DOSB alle Kandidaten mithilfe einer Matrix, in der auch die Bürgerbefragungen berücksichtigt werden. Der DOSB-Vorstandsvorsitzende Otto Fricke hatte zuletzt ausdrücklich ein positives Votum in Hamburg erhofft, dieser Wunsch blieb unerfüllt. In München und der Rhein-Ruhr-Region hatten sich jeweils etwa 66 Prozent für die jeweilige Bewerbung ausgesprochen. Berlin verzichtet aus verfassungsrechtlichen Gründen auf ein Referendum. Stattdessen beschloss das Abgeordnetenhaus am 21. Mai mehrheitlich, sich um Olympia zu bewerben. Am 19. April hatten bei dem Bürgerentscheid von Hamburgs vorgesehenen Partner Kiel 63,5 Prozent dafür gestimmt, dass sich die Stadt für künftige Spiele in Deutschland als Segelstandort empfiehlt. Kiel muss nun hoffen, auch bei den anderen Bewerbern zum Zuge zu kommen. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.