Zeit 29.03.2026
09:08 Uhr

Mittelmeer: 22 Migranten nach mehrtägiger Irrfahrt vor Kreta gestorben


Weil ihr Schlepperboot manövrierunfähig wurde, irrten 48 Migranten mehrere Tage lang auf dem Mittelmeer umher. Wegen fehlender Nahrung sind mindestens 22 von ihnen tot.

Mittelmeer: 22 Migranten nach mehrtägiger Irrfahrt vor Kreta gestorben
Vor der griechischen Insel Kreta sind mindestens 22 Migranten nach mehreren Tagen auf See wegen unzureichender Versorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln gestorben. Dies hätten Überlebende den Behörden geschildert, berichtete der griechische Rundfunk ERTNews unter Berufung auf die griechische Küstenwache. Die Leichen seien demnach "auf Befehl eines Schleppers" ins Meer geworfen worden. Zuvor war das Boot dem Bericht zufolge aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen manövrierunfähig geworden und zwischen Libyen und Kreta auf dem Meer umhergeirrt. 26 Überlebende wurden nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex in der Nähe von Kreta geborgen und medizinisch versorgt. Die griechischen Behörden nahmen zwei 19 und 22 Jahre alte Männer fest. Bei den beiden südsudanesischen Staatsbürgern soll es sich um die Schlepper handeln. Die Schlepperbanden setzen in der Mittelmeerregion immer wieder Migranten ins offene Meer , oft ohne ausreichende Versorgung und Navigationsmöglichkeiten. Hohe Zahl an Vermissten und Toten im Mittelmeer Das Unglück ereignete sich vor dem Hintergrund mehrerer tödlicher Überfahrten im Mittelmeer. Allein im Februar waren mindestens 18 Menschen auf der rund 300 Kilometer langen Überfahrt von Libyen nach Kreta gestorben. Die griechische Küstenwache geht von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Nach Zahlen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind im zentralen Mittelmeer bis Anfang Februar mindestens 484 Migranten gestorben oder gelten als vermisst. Im vergangenen Jahr betrug die Zahl der Menschen , die nach einer Überfahrt im zentralen Mittelmeer gestorben sind oder vermisst werden, laut IMO mehr als 1.300.