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26.03.2026
14:37 Uhr
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Im Prozess um einen durch Messerstiche mitten in einem Supermarkt getöteten Schüler zeichnet sich ein Freispruch wegen Schuldunfähigkeit ab. Der Anklagte hatte die Gewalttat in Lemgo bei Bielefeld bereits am ersten Verhandlungstag in der vergangenen Woche umfassend gestanden. Am Donnerstag sagte nun ein Gutachter, eine vollständige Schuldunfähigkeit des 33-Jährigen wegen einer psychischen Erkrankung - paranoider Schizophrenie - sei nicht auszuschließen. Daraufhin forderte die Verteidigung am zweiten Prozesstag einen Freispruch. Auch die Staatsanwaltschaft und der Vertreter der Nebenkläger - das sind die Eltern des Getöteten - plädierten vor dem Landgericht Detmold auf Freispruch. Laut Gutachter geht von dem Angeklagten eine Gefahr aus, dass er weitere schwere Gewalttaten begeht. Das Landgericht könnte womöglich eine Unterbringung des Deutschen in einer forensischen Psychiatrie auf unbestimmte Zeit anordnen - quasi als Therapie hinter Gittern. Der Angeklagte hatte gestanden, am 20. Oktober zweimal auf den Jugendlichen eingestochen zu haben. Er habe sein Opfer nicht gekannt. Seine Tat nannte er "sinnlos und barbarisch" und bat die Eltern um Verzeihung. Laut Anklage hatte er zweimal mit einem Küchenmesser auf sein Opfer eingestochen, vor den Augen von Kunden und Kassiererinnen, heimtückisch und mit Tötungsabsicht. © dpa-infocom, dpa:260326-930-870396/1