Zeit 30.09.2026
18:46 Uhr

Linkspartei: Ferat Koçak gibt Sitz im Innenausschuss des Bundestags ab


Der Linken-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak hat Fehler im Umgang mit der Familie Rammo eingeräumt. Er werde auf seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestags verzichten.

Linkspartei: Ferat Koçak gibt Sitz im Innenausschuss des Bundestags ab
Ferat Koçak von der Linkspartei wird zukünftig nicht mehr dem Innenausschuss des Bundestages angehören. Er teilte auf der Plattform X mit, dass er seinen Sitz abgebe. Ihm sei wichtig, dass seine Partei ihre Arbeit im Innenausschuss unbelastet von der Debatte um seine Person fortsetzen könne. Seine Ausschusstätigkeit hatte er zuvor bereits ruhen lassen. Koçak steht wegen Kontakten zur Familie Rammo in der Kritik. Mitglieder der Familie werden der organisierten Kriminalität zugeordnet. Clanoberhaupt Issa Rammo hatte an einer Wahlparty der Linken nach der Berlinwahl teilgenommen. Kurze Zeit später veröffentlichte dessen Sohn Firas Rammo Chatverläufe mit Koçak auf Instagram. Koçak legte der ZEIT die gesamten Chatverläufe mit Rammo vor und gibt an, dass dieser sich auf einen Spendenaufruf bei ihm gemeldet habe. Erst bei einem Aufeinandertreffen mit Issa Rammo habe er diesen erkannt und sich anschließend distanziert. In seinem Post schrieb Koçak, dass er weder kriminell sei noch die organisierte Kriminalität unterstütze. Gleichwohl müsse er eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben. Im Umgang mit seinem Kontakt zur Familie Rammo sei er »meinem Selbstverständnis nicht gerecht geworden«. Mit der vollständigen Offenlegung der Kommunikation mache er transparent, »dass ich Personen, denen Verbindungen zur organisierten Kriminalität zugeschrieben werden, weder Vorteile gewährt noch von ihnen Vorteile erhalten habe«. Seine Arbeit »für eine solidarische und sichere Gesellschaft« werde er fortsetzen. Vorgespräche zwischen SPD, Grünen und Linken beginnen Die Linkspartei hat die Abgeordnetenhauswahl in Berlin mit deutlichem Vorsprung vor der CDU gewonnen und strebt eine Koalition mit Grünen und SPD an. Am Donnerstag treffen sich Vertreter der drei Parteien. Es handle sich noch nicht um Sondierungen, sondern um ein Vorgespräch zum Thema Antisemitismus, teilten die Berliner Grünen-Fraktionschefin Bettina Jarasch und die SPD-Landesvorsitzende Bettina König nach einem Treffen beider Parteien mit. »Dabei soll es um den Kampf gegen Antisemitismus und den Schutz jüdischen Lebens sowie den Umgang der Parteien und einer möglichen Koalition damit gehen«, hieß es. Gegen propalästinensische Teile der Linkspartei gibt es Antisemitismusvorwürfe von verschiedenen Seiten . Die Partei geht teilweise juristisch gegen diese vor . SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach kündigte an, dass man bei den Gesprächen auch die Mitgliedschaft der Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp in der Roten Hilfe thematisieren werde. Er erwarte, dass Eralp hierzu ihre Position erläutere und die Gründe sowohl für ihre Mitgliedschaft als auch für ihren Austritt im vergangenen Jahr nenne, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Die Rote Hilfe ist ein Verein, der sich selbst als »Solidaritätsverein für alle Linken« bezeichnet und im Berliner Verfassungsschutzbericht als linksextrem eingeordnet wird. Dort heißt es, dass die Rote Hilfe von Strafermittlungen Betroffene materiell und politisch unterstütze. Ausschlaggebend sei allein die politisch linke Motivation der Tat. Nicht alle Mitglieder des Vereins würden verfassungsfeindliche Zielsetzungen verfolgen, heißt es im Verfassungsschutzbericht. »Die Gegnerschaft der Organisation und ihrer Entscheidungsträger zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung« führe jedoch zur Beobachtung durch den Verfassungsschutz. In ihrem Wahlprogramm zur Berlinwahl forderte die Linkspartei die Entkriminalisierung der Roten Hilfe.