Zeit 24.03.2026
16:58 Uhr

Konflikt mit Russland: Mutmaßliche Russland-Spione in Deutschland und Spanien festgenommen


Der Generalbundesanwalt hat zwei mutmaßliche Spione in Nordrhein-Westfalen und Spanien festnehmen lassen. Sie sollen einen Drohnenbauer in Deutschland ausspioniert haben.

Konflikt mit Russland: Mutmaßliche Russland-Spione in Deutschland und Spanien festgenommen
Die Bundesanwaltschaft hat eigenen Angaben zufolge in Nordrhein-Westfalen und im spanischen Alicante zwei mutmaßliche Russland-Spione festnehmen lassen. Sie sollen demnach für einen ausländischen Geheimdienst tätig gewesen sein. Laut Mitteilung des Generalbundesanwalts handelt es sich bei den Festgenommenen um eine Rumänin und einen Ukrainer. Sie sollen demnach die Zielperson im Auftrag eines russischen Geheimdienstes ausspioniert haben. Der Ukrainer soll den Mann den Angaben zufolge ab Dezember 2025 ausgespäht haben. "Dazu sammelte der Beschuldigte im Internet Informationen und fertigte Filmaufnahmen vom Arbeitsplatz des Betroffenen an", hieß es. Als er nach Spanien zog, soll die Frau spätestens ab März 2026 seinen Auftrag übernommen haben. Sie habe die Privatadresse des Mannes aufgesucht und Filmaufnahmen mit dem Mobiltelefon gemacht, teilte die Anklagebehörde mit: "Die Ausspähaktionen dienten mutmaßlich der Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson." Spanien soll den Festgenommenen nach Angaben der Bundesanwaltschaft nach Deutschland überstellen. Beide sollen dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Erhöhte Bedrohungslage Die Bundesanwaltschaft hat bereits mehrfach mutmaßliche Spione mit russischem Auftrag festnehmen lassen , es laufen mehrere Gerichtsverfahren. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hat sich die Bedrohung durch russische Spionage , Sabotage und Desinformation nach Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz deutlich erhöht . Auch ein russischer Diplomat wurde bereits ausgewiesen, weil er an Spionageaktionen beteiligt gewesen sein soll . Der Verfassungsschutz beobachtet neben staatlichen, staatlich akquirierten und privaten Akteuren auch eine Strategie russischer Akteure, für Spionage- oder Sabotageaktionen Personen aus dem kleinkriminellen Milieu anzuwerben, die gegen Bezahlung Aufträge übernehmen. Grund sei, dass klassische Geheimdienstoperationen mit professionellen Spionen durch Sanktionen und die erhöhte Wachsamkeit westlicher Dienste schwieriger geworden sind.