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02.10.2026
10:38 Uhr
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Die Warenhauskette Galeria hat zum vierten Mal in sechs Jahren einen Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb in den Filialen soll vorerst weiterlaufen.

Die angeschlagene Warenhauskette Galeria hat zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren ein Insolvenzverfahren beantragt . Das teilte das Unternehmen mit. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll demnach vorerst weiterlaufen. Der Antrag schaffe den rechtlichen Rahmen, um die aktuelle Situation zu ordnen, das Unternehmen zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen, teilte Galeria mit. Zu den Hintergründen machte das Unternehmen zunächst keine weiteren Angaben. Welche Standorte schließen müssen oder ob die rund 12.000 Beschäftigten Insolvenzgeld erhalten werden, bleibt dementsprechend unklar. Letzter Insolvenzantrag vor zwei Jahren Es ist nach 2020, 2022 und 2024 der vierte Insolvenzantrag für die Warenhauskette innerhalb von sechs Jahren. Zahlreiche Filialen wurden infolge der zurückliegenden Verfahren bereits geschlossen . Vor rund zweieinhalb Jahren hatte das Unternehmen, damals noch unter dem Namen Galeria Karstadt Kaufhof, den bislang letzten Antrag gestellt. Vorausgegangen war die finanzielle Schieflage des damaligen Mutterkonzerns Signa. Réne Benko war der Gründer der Signa Holding, einem österreichischen Immobilien- und Handelskonzern. Benko sitzt seit Januar 2025 in Untersuchungshaft . Er hatte mit der Signa ein Milliardenvermögen aufgebaut. Unter anderem steigende Zinsen und Baukosten sowie risikoreiche Zukäufe wie die Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof trieben die Signa in die Insolvenz. Gegen Benko und andere Signa-Manager wird in mehreren weiteren Strängen ermittelt . Benko bestreitet alle Vorwürfe. Nach dem letzten Isolvenzantrag ging die Galeria in den Besitz neuer Eigentümer über. Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Die Namen Kaufhof und Karstadt verschwanden aus dem Firmennamen. Der Firmensitz wurde aus Essen nach Düsseldorf verlagert. Außerdem wurden damals im Zuge der Insolvenz neun der 92 Warenhäuser geschlossen . In der Kritik wegen ausbleibender Mietzahlungen Im April 2026 erlangte die Galeria erneut mediale Aufmerksamkeit, nachdem mehrere Vermieter ausbleibende Mietzahlungen beklagt hatten. Die Geschäftsführung verwies auf Liquiditätsschwankungen. Im Juni erhielt die Warenhauskette eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro. Das Geld dient laut dem Unternehmen unter anderem dazu, einen laufenden Kredit abzulösen und offene Mietzahlungen zu begleichen. Die Kreditlinie stellt die US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereit. Sie ist durch die Ware von Galeria abgesichert und an einen auf drei Jahre angelegten Sanierungsplan geknüpft, der weitere Schließungen vorsieht. Im Juli kündigte Galeria an, 33 Warenhäuser zu prüfen und mit Vermietern über Konditionen zu verhandeln. Ohne tragfähige Lösungen sei die Fortführung der jeweiligen Filiale gefährdet, hieß es.