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28.09.2026
19:46 Uhr
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Hitze und Dürre haben zu schwachen Ernten in der EU geführt. EU-Agrarkommissar Christophe Hansen bezeichnet Landwirte als »die ersten Opfer des Klimawandels«.

Die Europäische Union schätzt den Schaden für den Agrarsektor durch Hitze, Dürre und Brände in diesem Sommer auf 14 bis 17 Milliarden Euro. Das teilte EU-Agrarkommissar Christophe Hansen nach einem Ministertreffen in Brüssel mit. Das genaue Ausmaß werde sich erst zeigen, wenn die Ernte abgeschlossen sei. Es sei etwa nicht genügend Gras als Futtermittel gewachsen, was Viehhaltern Probleme bereite. »Die Landwirte sind die ersten Opfer des Klimawandels, und der Klimawandel ist da – und wird leider auch bleiben«, sagte Hansen. Wassermangel sei etwa auch in Süddeutschland ein Problem gewesen. Es brauche mehr Investitionen in die Wasserspeicherung, aber auch präzises Bewässern, um Wasser zu sparen, sagte Hansen. Der Luxemburger sprach sich zudem für eine Versicherungspflicht aus, um Landwirte zu schützen. Sie sei auch für Investitionen wichtig. Nur zwölf Prozent der landwirtschaftlichen Produktion in der EU seien gegen Schäden versichert. August war so heiß wie nie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte vor zwei Wochen in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union unter anderem eine europäische Wasserinitiative angekündigt sowie zugesagt, sich um eine Lücke bei den Versicherungen zu kümmern. In Deutschland sank die Erntemenge beim Getreide laut Erntebilanz im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Prozent. Der vergangene Sommer war erneut außergewöhnlich heiß. Dem EU-Klimadienst Copernicus zufolge war der August weltweit so heiß wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen . Die Temperaturen lagen 1,65 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Auch bei der Meeresoberflächentemperatur außerhalb der Polarregionen wurde im August ein Wärmerekord verzeichnet. Sie lag im Monatsschnitt bei 21,07 Grad und damit über dem bisher höchsten Wert für den Monat August von 20,98 Grad aus dem Jahr 2023. Das in diesem Sommer von mehreren Hitzewellen geplagte Frankreich meldete eine der schwächsten Weinlesen seit Jahren. In der Champagne würde sich die Ernte im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbieren, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. In einer ersten Schätzung rechnete das Ministerium mit einer Gesamternte von 33,9 Millionen Hektolitern. Das wären sechs Prozent weniger als 2025 und 17 Prozent weniger als im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2025.