Zeit 11.08.2026
03:51 Uhr

Hitze: Verbände wollen Hitzeschutz in die Verfassung aufnehmen


Der Schutz vor Hitze soll als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankert werden, fordert der Deutsche Städtetag. Der VdK verlangt Maßnahmen für besonders Gefährdete.

Hitze: Verbände wollen Hitzeschutz in die Verfassung aufnehmen
Angesichts der hohen Temperaturen in Deutschland fordert der Präsident des Deutschen Städtetages, dass Hitzeschutz als Gemeinschaftsaufgabe in die Verfassung aufgenommen wird. »Hitzeschutz bleibt eine Daueraufgabe«, sagte Burkhard Jung dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) . »Ich finde es wichtig, Klimaanpassungs- und Hitzeschutzmaßnahmen ins Grundgesetz aufzunehmen, weil damit strukturell unterfinanzierten Kommunen bei der Finanzierung durch Bund und Länder geholfen wäre«, sagte Jung. »Das wäre dann eine neue Gemeinschaftsaufgabe.« Der Sozialverband VdK stellte in einem neuen Maßnahmenkatalog eine ähnliche Forderung auf. Die Bundesregierung solle die Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankern, heißt es in dem Papier. »Die Bundesregierung muss Rahmenbedingungen so gestalten, dass alle Menschen wirksam vor Hitze geschützt sind«, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele. Dieser Schutz müsse für alle gewährleistet werden, »unabhängig von ihrem Einkommen oder ihrer Wohnsituation, und insbesondere unabhängig von ihrer ohnehin herausfordernden gesundheitlichen Lage«. Bentele forderte verbindliche Standards, eine verlässliche Finanzierung und klare Zuständigkeiten. Besonderer Hitzeschutz für gefährdete Personengruppen Konkret verlangte die VdK-Präsidentin unter anderem öffentliche Kühlräume in den Kommunen. Zudem müssten Einrichtungen wie Pflegeheime, Schulen oder Frauenhäuser ausreichend vor Hitze geschützt werden. Um besonders gefährdete Menschen bei Hitzewarnungen gezielt zu erreichen, sollten »datenschutzkonforme, freiwillige, kommunale Register« eingeführt werden, sagte sie dem RND . Der VdK wies zudem darauf hin, dass sich nicht jeder den Betrieb von Ventilatoren und Kühlgeräten oder den Einbau von Markisen, Außenjalousien oder Rollläden leisten könne. Deshalb müsse die Politik vorbeugen »und gezielte Förderungen zur Bekämpfung von Energiearmut im Sommer anbieten«. In diesem Jahr hat Westeuropa den heißesten Juni und Juli seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. In Deutschland starben infolge einer Hitzewelle zwischen dem 22. und 28. Juni nach Angaben des Robert Koch-Instituts mindestens 9.600 Menschen . In Deutschland lagen die Temperaturen in diesen Tagen vielerorts um die 40 Grad Celsius.