|
26.03.2026
14:28 Uhr
|
Sexistische Nachrichten, Drohungen im Postfach, Deepfakes: Viele Frauen erleben digitale Gewalt. Erzählen Sie uns, was Sie erlebt haben und wie Sie damit umgehen.

Am Anfang steht manchmal nur ein harmloser Post. Ein politischer Gedanke. Ein privates Foto. Dann kommen die Antworten: abwertend, wütend und plötzlich sehr persönlich. Nachrichten, die nicht aufhören. Worte, die im Kopf bleiben. Und irgendwann das Gefühl: Ich passe auf, was ich sage. Oder sage lieber gar nichts mehr. Digitale Gewalt ist für viele Frauen bittere Realität. Sie sind überdurchschnittlich häufig betroffen. In den sozialen Netzwerken werden sie beschimpft, sexistisch beleidigt, mit Nachrichten überflutet oder sogar bedroht. Studien zeigen zum Beispiel, dass fast jede zweite Frau unter 35 bereits sexualisierte Gewalt im Netz erlebt hat. Besonders oft trifft es Journalistinnen, Politikerinnen und Aktivistinnen, aber auch viele andere Nutzerinnen. Die Angriffe sind meist nicht nur verletzend, sondern explizit misogyn. Sie richten sich gegen Frauen, weil sie Frauen sind. Und das Problem verschärft sich. Expertinnen beobachten einen deutlichen Anstieg digitaler Gewalt. Die Angriffe werden koordinierter, der Ton wird aggressiver. Plattformen reagieren oft zu spät, und viele Betroffene ziehen sich aus der Öffentlichkeit zurück. Digitale Gewalt verändert sich ständig und wird immer schwerer zu kontrollieren. Neben direkten Angriffen wie Hassnachrichten oder Drohungen berichten Betroffene zunehmend von Deepfakes. Das sind täuschend echt wirkende Bild- oder Videomontagen, in denen sie nackt oder in erniedrigenden Posen dargestellt werden. Nicht immer stammen solche Angriffe von Fremden, oft kommen sie aus dem persönlichen Umfeld – etwa in Form von revenge porn , also der Weitergabe oder Veröffentlichung intimer Aufnahmen aus Rache oder verletztem Stolz. Wenn Sie solche Erfahrungen gemacht und vielleicht sogar dokumentiert haben, mit Screenshots oder Nachrichten, möchten wir gern mit Ihnen sprechen. Wie haben Sie digitale Gewalt erlebt? Was ist passiert, und wie haben Sie reagiert? Haben Sie Anzeige erstattet? Wie hat sich Ihr Alltag dadurch verändert? Was hatten Sie für Konsequenzen im Beruf, im Familienleben, im öffentlichen Raum? Was würden Sie anderen raten? Und was wünschen Sie sich von Politik und Gesellschaft? Uns interessiert Ihre Perspektive auch, wenn Sie als Elternteil miterlebt haben, wie Ihre Tochter im Netz angegriffen wurde. Erzählen Sie uns Ihre Geschichte in den Kommentaren, über das Formular oder per Mail an community-redaktion@zeit.de . Gern auch mit Screenshots, falls Sie welche haben. Ausgewählte Beiträge möchten wir nach Rücksprache mit Ihnen veröffentlichen.