Zeit 08.10.2026
15:39 Uhr

Großbritannien: Andy Burnham bietet Deutschland Kooperation bei Kampfjets an


Der britische Premierminister hat seinen Antrittsbesuch in Berlin absolviert. Dabei zeigte sich Burnham offen für eine Beteiligung Deutschlands am Kampfjetprojekt GCAP.

Großbritannien: Andy Burnham bietet Deutschland Kooperation bei Kampfjets an
Der britische Premierminister Andy Burnham hat Deutschland angeboten, an der Entwicklung eines Kampfflugzeugs ​im Rahmen ⁠des sogenannten GCAP-Programms teilzunehmen. ​ Man wolle im Bereich ‌der Verteidigung ⁠enger zusammenarbeiten , ​sagte Burnham bei seinem Antrittsbesuch in Berlin. »Ich habe dem Bundeskanzler in unserem Gespräch (…) unsere Offenheit signalisiert, dass Deutschland dem GCAP-Programm, der nächsten Generation von ⁠Kampfflugzeugen, ​beitritt«, sagte er. GCAP steht für Global Combat Air Programme und bezeichnet einen geplanten neuen Tarnkappenbomber, an dem sich auch Großbritannien, Italien und Japan beteiligen. Es soll die japanischen F-2-Kampfflugzeuge sowie die britischen und italienischen Eurofighter ersetzen. Das Kampfflugzeug der sechsten ​Generation soll ab 2035 ⁠einsatzbereit ​sein. Grund für das britische Angebot ist wohl auch ​das Scheitern des deutsch-französisch-spanischen Projekts FCAS. GCAP gilt als vergleichbares internationales Großvorhaben. Burnham kündigte bei seinem Besuch in Berlin auch eine engere Zusammenarbeit etwa bei der Abwehr hybrider Bedrohungen an. »Wir geben heute eine Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen bekannt , insbesondere in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit, sowie eine neue Partnerschaft zur Bekämpfung hybrider Angriffe«, sagte er. Sowohl Deutschland als auch Großbritannien seien damit konfrontiert, »und es ist sinnvoll, diesen Bedrohungen gemeinsam zu begegnen« und sich gegenseitig bei ihrer Abwehr zu unterstützen. Deutsch-britischer Freundschaftsvertrag Bei dem Treffen von Burnham mit Bundeskanzler Merz wurden auch die Ratifikationsurkunden zum deutsch-britischen Freundschaftsvertrag ausgetauscht, der damit in Kraft trat. Das 27 Seiten starke Dokument wird auch Kensington-Vertrag genannt – nach dem Unterzeichnungsort, dem Londoner Stadtteil Kensington. Der Vertrag wird von einem Aktionsplan mit 17 Punkten flankiert. Insgesamt soll damit die Zusammenarbeit in der Verteidigungs- und Wirtschaftspolitik, bei der Eindämmung irregulärer Migration und der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität vertieft werden. Es sind aber auch konkrete Reiseerleichterungen wie Visafreiheit für Klassenfahrten von Schülergruppen geplant sowie eine direkte Bahnverbindung zwischen beiden Ländern. Merz sprach von einem historischen Tag. Der Vertrag eröffne neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit beider Länder, nachdem Großbritannien leider die Europäische Union verlassen habe. »Dafür machen wir das, damit die junge Generation auch in den bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland als Teil der Europäischen Union und Großbritannien einfach merkt, wie gut wir Europäer zusammenarbeiten und wie sehr wir auch zusammengehören«, sagte der Kanzler.