|
09.10.2026
04:02 Uhr
|

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) geht davon aus, dass die Klinikreform zu Beginn des n\u00e4chsten Jahres im Land greift. \u00abWir sind im Zeitplan. Zum 1. Januar 2027 soll die Zuweisung der Leistungsgruppen wirksam werden\u00bb, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. \u00abDie Einf\u00fchrung der Leistungsgruppen wird die Krankenhauslandschaft ver\u00e4ndern - nicht jedes Krankenhaus wird k\u00fcnftig jede heute angebotene Leistung weiterhin erbringen.\u00bb Mit den Leistungsgruppen wird etwa festgelegt, welche Klinik k\u00fcnftig Knieoperationen und welche Klinik eher Eingriffe an der H\u00fcfte durchf\u00fchrt. Diese Spezialisierungen sollen die Behandlungsqualit\u00e4t bei komplizierten Eingriffen verbessern. Denn je \u00f6fter Behandlungen in einer Abteilung durchgef\u00fchrt werden, desto h\u00f6her ist in der Regel die medizinische Qualit\u00e4t. Wenn sich Kliniken spezialisieren, kann das f\u00fcr die Patienten jedoch teilweise l\u00e4ngere Fahrzeiten bedeuten, um die entsprechende Klinik zu erreichen. Nur wer die Vorgaben erf\u00fcllt, bekommt Geld Mit den neu definierten Leistungsgruppen gibt es nun einheitliche Vorgaben zu Ausstattung und Fach\u00e4rzten f\u00fcr die Behandlungen. Nur Kliniken, die sie erf\u00fcllen, k\u00f6nnen entsprechende Leistungen anbieten und mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Insgesamt haben die Kliniken in Sachsen-Anhalt 769 Antr\u00e4ge f\u00fcr die Leistungsgruppen eingereicht. Bei 625 Antr\u00e4gen gab es gr\u00fcnes Licht, bei 144 Antr\u00e4gen sieht der mit der Pr\u00fcfung beauftragte Medizinische Dienst die Vorgaben als nicht erf\u00fcllt an. Grimm-Benne bewertet den Zwischenstand dennoch positiv. \u00abDieses Ergebnis zeigt das gute Zusammenspiel zwischen Krankenh\u00e4usern, Medizinischem Dienst und Planungsbeh\u00f6rde\u00bb, sagte sie. \u00abWir m\u00fcssen jetzt pr\u00fcfen, ob es in einzelnen Regionen zu einer Unterversorgung kommt. Da muss man dann nachjustieren.\u00bb Viele Kliniken stehen finanziell unter Druck Derzeit gibt es in Sachsen-Anhalt 44 Krankenh\u00e4user an 53 Standorten. Viele Kliniken sind finanziell unter Druck. \u00abDie wirtschaftliche Situation des Altmark-Klinikums bleibt auch im Jahresverlauf 2026 \u00e4u\u00dferst angespannt\u00bb, sagte etwa eine Sprecherin der Salus Altmark Holding auf Anfrage. Die H\u00e4user in Gardelegen und Salzwedel seien f\u00fcr die regionale Grund- und Regelversorgung unverzichtbar. Mit Blick auf die Klinikreform betonte die Sprecherin: \u00abAbteilungsschlie\u00dfungen sind im Altmark-Klinikum aktuell nicht geplant.\u00bb Insgesamt sieht die Gesundheitsministerin viele Entwicklungen im Krankenhausbereich kritisch. \u00abDer finanzielle Druck und der b\u00fcrokratische Aufwand sind wahnsinnig hoch\u00bb, sagte Grimm-Benne. \u00abZudem greift der Bund immer mehr in die Rechte der L\u00e4nder ein. Wir sollten die Versorgung eigentlich vom Patienten aus denken, von der Notaufnahme \u00fcber die OP bis zur Nachsorge. Diesen Gedanken m\u00fcssen wir wieder st\u00e4rker in den Mittelpunkt r\u00fccken.\u00bb \u00a9 dpa-infocom, dpa:261009-930-812456/1