Zeit 17.08.2026
12:52 Uhr

Frankreich: Frankreichs Premierminister verteidigt Vorgehen bei Waldbränden


»Wir haben nichts zu verbergen«, sagte der französische Premierminister bei einem Besuch in einem Brandgebiet nahe Bordeaux. Dort war er von Anwohnenden ausgebuht worden.

Frankreich: Frankreichs Premierminister verteidigt Vorgehen bei Waldbränden
Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu hat das Vorgehen der Behörden nach dem Ende des größten Flächenbrands in Frankreich seit Jahrzehnten verteidigt »Wir haben nichts zu verbergen«, sagte er in Mérignac bei Bordeaux. Die Entscheidungen zu den Lösch- und Rettungsarbeiten seien nicht in Paris, sondern überwiegend vor Ort getroffen worden, erklärte er. Zuvor war Lecornu in dem besonders betroffenen Ort Le Porge mit Betroffenen zusammengekommen, Medien waren nicht dabei. In dem Ort an der Atlantikküste westlich von Bordeaux waren Ende Juli 183 von 250 Häusern abgebrannt. Als er daraufhin erneut nach Le Porge kam, wurde er von etwa 200 Bewohnern des Ortes ausgebuht, die sich in Schwarz gekleidet vor dem Rathaus versammelt hatten. Zu möglichen Staatshilfen will sich Lecornu bald äußern. In der Region ist die Erwartung groß, dass die Regierung den Wiederaufbau massiv unterstützt. »Es gibt viel Wut und Emotionen, das ist normal. Die Menschen hier haben alles verloren«, sagte Lecornu zum Auftakt seines Treffens mit mehreren Ministern und Vertretern der Region. Waldbrände wüteten auf mehr als 100.000 Hektar Fläche – allein in Frankreich Etwa 100 Kilometer südlich von Bordeaux brennt es aktuell nahe dem Ort Luglon. Das dortige Feuer wurde zuletzt an der weiteren Ausbreitung gehindert. Seit vergangenen Donnerstag erfasste der Brand etwa 1.700 Hektar. 250 evakuierte Einwohnerinnen und Einwohner durften mittlerweile wieder in ihre Häuser zurück. Mehrere Brände hatten Ende Juli mehr als 42.000 Hektar an Frankreichs Atlantikküste verwüstet. Dies ist die größte abgebrannte Fläche in Frankreich seit 1949. Insgesamt brannten in Frankreich seit Beginn des Sommers mehr als 100.000 Hektar Wald ab , ein historischer Höchstwert. Nach mehreren Hitzewellen in den vergangenen Wochen sind die Wälder extrem ausgetrocknet. Ein Grund für die ausgedehnten Hitzewellen ist der Klimawandel, durch den Extremwetterereignisse häufiger werden.