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26.03.2026
11:51 Uhr
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Die Menschen in Deutschland fürchten eine steigende Inflation. Das lässt die Verbraucherstimmung in den Keller sacken. Auch Exporteure sorgen sich um sinkende Nachfragen.

Der Irankrieg und die Sorge vor steigenden Energiepreisen drücken sowohl die Stimmung der Verbraucher als auch der Exporteure in Deutschland . "Viele Unternehmen befürchten eine sinkende Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten", sagte Klaus Wohlrabe vom Münchner ifo Institut. Die vom Institut erhobenen Exporterwartungen sanken im März ins Minus, von plus 2,7 auf minus 0,9 Punkte. Der Pessimismus trifft allerdings nicht alle Branchen: Autohersteller gehen demnach von einem deutlichen Schub aus . Bei ihnen liegen die Exporterwartungen mittlerweile bei plus 30,7 Punkten. Im Einzelhandel erwartet dagegen der Handelsverband Deutschland für das Ostergeschäft einen Umsatz von nur noch 2,1 Milliarden Euro – das wäre ein Rückgang um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sorge um Einkommen Stärker als die Kauflaune trüben sich aber die Erwartungen der Menschen an ihr zukünftiges Einkommen und die Konjunktur ein. Diese Ergebnisse stellten jetzt GfK-Marktforscher und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) vor. Besonders deutlich ist der Pessimismus bei den Einkommenserwartungen. Dieser Indikator stürzte um 12,6 Punkte auf minus 6,3 Zähler ab. Als Grund nennen die Fachleute auch hier die Sorge vor einer wieder anziehenden Inflation infolge teurer Energie. 60 Prozent der Verbraucher gingen davon aus, dass die Preise für Energie in der Folge des Kriegs im Iran dauerhaft hoch blieben, sagte der NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl. "Zwar reagieren die Anschaffungsneigung und die Sparneigung im Moment noch wenig auf die geopolitischen Ereignisse im Iran, aber die Verbraucher erwarten, dass die Inflation durch die gestiegenen Energiepreise wieder anzieht und die wirtschaftliche Erholung erneut gebremst wird." Die Anschaffungsneigung – also die Bereitschaft für größere Einkäufe – sank nur leicht auf minus 10,9 Punkte. Die Sparneigung, die im Februar einen Höchststand seit 2008 erreicht hatte, stabilisierte sich im März auf einem sehr hohen Niveau von 18,5 Punkten. Für die Studie wurden im Zeitraum vom 5. bis zum 16. März 2026 im Auftrag der EU-Kommission rund 2.000 Verbraucherinterviews geführt.