Zeit 30.09.2026
14:19 Uhr

Flydubai: Israel prüft nach Notlandung von Flydubai-Maschine Terrorverdacht


Eine Flydubai-Maschine soll wegen eines Kampfs zwischen den Piloten vom Kurs abgekommen sein. Laut Berichten könnte einer von ihnen einen Terroranschlag geplant haben.

Flydubai: Israel prüft nach Notlandung von Flydubai-Maschine Terrorverdacht
Die israelische Regierung prüft im Fall der in Saudi-Arabien notgelandeten Passagiermaschine offenbar einen Terrorverdacht. Es könne sich um einen versuchten Terroranschlag handeln, sagten zwei israelische Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach könnte der Co-Pilot den Piloten des Flugzeugs mit einem Messer attackiert haben, ehe weitere Crewmitglieder ins Cockpit gelangten und die Kontrolle über das Flugzeug übernahmen. Auch die israelische Zeitung Ha'aretz berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, einer der Piloten könnte womöglich versucht haben, die Maschine absichtlich zum Absturz zu bringen. Der Flug der Airline Flydubai mit der Kennung FZ1073 war von Dubai aus mit Ziel Tel Aviv gestartet und hatte laut israelischen Berichten 150 bis 180 Menschen an Bord. Über jordanischem Luftraum setzte das Flugzeug binnen weniger Minuten zwei Notfallsignale ab, von denen eines für eine mögliche Entführung steht. Daraufhin ließ das israelische Militär Kampfjets aufsteigen; Regierung und Militärführung begannen Notfallbesprechungen. Die Maschine drehte ab, verlor nach Daten des Portals Flightradar binnen weniger Minuten etwa sechs Kilometer an Flughöhe und beschleunigte zudem stark. Kurz darauf landete sie im saudischen Flughafen Tabuk. Nach Angaben der israelischen Regierung sowie der Airline Flydubai sollen alle Passagiere in Sicherheit sein. Beide Piloten wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Passagiere wurden nach Informationen des israelischen Senders N12 angewiesen, das Flugzeug vorerst nicht zu verlassen. Das Büro des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu teilte mit, es werde alles unternommen, um die sichere Rückkehr der Passagiere nach Israel zu gewährleisten. Widersprüchliche Angaben zu angeblichem Kampf zwischen Piloten Mehrere israelische Medien berichteten zunächst unter Berufung auf Sicherheitskreise, eine zu Beginn des Vorfalls befürchtete Entführung des Flugzeugs könne ausgeschlossen werden. Grund für den Vorfall sei eine »körperliche Auseinandersetzung« zwischen Pilot und Co-Pilot, deren Hintergrund unklar sei. Andere Medien berichteten hingegen unter Berufung auf Aussagen von Passagieren, es habe einen Messerangriff gegeben. Auf diese Version der Ereignisse scheint sich auch der Terrorverdacht der israelischen Behörden zu beziehen. Demnach wurde der Angreifer mithilfe von Passagieren in Schach gehalten. In sozialen Netzwerken verbreiteten sich Fotos eines mutmaßlichen Passagiers, dessen Kleidung blutverschmiert ist. Ob es sich bei dem mutmaßlichen Angreifer um einen der Piloten handelt, ist nicht geklärt. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet unter Verweis auf die Mutter einer israelischen Passagierin, nach Schilderung ihrer Tochter habe einer der Piloten versucht, seinen Kollegen mit einem Messer zu erstechen. Durch Schreie alarmiert seien Passagiere ins Cockpit gestürmt und hätten den Angreifer niedergerungen. Unklarheit über Staatsangehörigkeit der Piloten In einigen Berichten wurde die Vermutung geäußert, einer der Piloten habe mit einem absichtlichen Absturz Suizid begehen wollen. Die von Reuters zitierten israelischen Regierungsbeamten sagten jedoch, dass nicht von psychischen Problemen als Grund für den Vorfall ausgegangen werde. Unklarheiten gibt es auch in Bezug auf die Staatsangehörigkeit der Piloten. Während einige Medien zunächst berichteten, es handele sich um einen Russen und einen Ukrainer, berichteten andere Quellen, die Piloten hätten jeweils die Staatsangehörigkeit des Oman und der Vereinigten Arabischen Emirate. Das russische Generalkonsulat in Dubai teilte laut der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass mit , die Berichte über einen russischen Piloten entsprächen nicht den Tatsachen. Von der Airline wurde das Konsulat demnach darüber informiert, dass an Bord des Flugzeugs keine russischen Staatsangehörigen seien. Israels Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir sagte, ein »Terrorist« habe das Flugzeug zum Absturz bringen wollen, um »die 180 Israelis an Bord zu ermorden«. Der rechtsextreme Minister gab zunächst kein Statement ab, sondern verwies auf den möglichen Anschlagsversuch in einem Post auf X, in dem er sich gegen Vereinbarungen mit Israels »Feinden« aussprach. Der Vorfall zeige, dass Israel sein militärisches Vorgehen im Gazastreifen, Westjordanland, Libanon und im Krieg gegen den Iran aufrechterhalten müsse.