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23.03.2026
10:32 Uhr
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Die Zahl der Mädchen und Jungen, die 2024 außerhalb ihrer Familien aufwuchsen, ist gestiegen. Gerade unbegleitete Minderjährige lebten oft in Heimen und Pflegefamilien.

Im Jahr 2024 sind in Deutschland rund 134.000 junge Menschen in einem Heim und knapp 87.500 in einer Pflegefamilie betreut worden. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden im vorvergangenen Jahr bundesweit rund 134.000 Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene in einem Heim betreut, knapp 87.500 weitere in einer Pflegefamilie. Das waren insgesamt drei Prozent oder rund 7.000 Fälle mehr als ein Jahr zuvor. Nachdem die Zahl zunächst über fünf Jahre zurückgegangen war, war dies bereits der zweite Anstieg in Folge. 2023 war die Zahl der Betroffenen bereits um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Viele der Betroffenen sind unbegleitete minderjährige Geflüchtete Ein Hintergrund für die erneute Zunahme sind die Entwicklungen rund um ehemals unbegleitete minderjährige Geflüchtete . Nach einer vorübergehenden Inobhutnahme durch die Jugendämter wurden den Angaben nach viele von ihnen in Heimen und betreuten Wohnformen oder in selteneren Fällen auch in Pflegefamilien untergebracht. Etwa 4.800 Fälle, und damit rund zwei Drittel des Anstiegs im Jahr 2024, können nach Angaben des Bundesamts dadurch erklärt werden. Insgesamt wurden 2024 rund 25.300 junge Menschen nach Inobhutnahmen aufgrund unbegleiteter Einreisen in Heimen oder Pflegefamilien betreut. Mit einem Anteil von 57 Prozent wurden laut Bundesamt mehr Jungen als Mädchen (43 Prozent) außerhalb der eigenen Familie betreut. Etwa drei Viertel der Betroffenen waren minderjährig. Bis zum Alter von zehn Jahren wuchsen die Kinder häufiger in Pflegefamilien auf, ab dem elften Lebensjahr in Heimen. Rund 24 Prozent waren dem Amt zufolge sogenannte Careleaver , also junge Volljährige, die für den Übergang aus der öffentlichen Erziehungshilfe in ein selbstständiges Leben betreut werden. Eltern der Betroffenen häufig alleinerziehend In fast jedem zweiten Fall seien die leiblichen Eltern der Kinder alleinerziehend. Bei knapp einem Fünftel der Herkunftsfamilien handle es sich um zusammenlebende Elternpaare, knapp 16 Prozent seien Elternteile in neuer Partnerschaft. In 17 Prozent der Fälle sei die Familiensituation zum Beispiel wegen einer unbegleiteten Einreise als Flüchtling ungeklärt. In zwei Prozent der Fälle seien die Eltern verstorben. Im Durchschnitt beträgt die Dauer der Betreuung außerhalb der eigenen Familie 2,4 Jahre. In Heimen bleiben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Schnitt 1,8 Jahre, in Pflegefamilien blieben sie durchschnittlich 4,3 Jahre.