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23.03.2026
06:00 Uhr
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Die Elbvertiefung am Montag – Mit einer Demo für die Opfer sexualisierter Gewalt, Rückendeckung für Warnstreiks und einem Besuch bei einer Zwangsversteigerung

Liebe Leserin, lieber Leser, unserem Gastrokritiker Michael Allmaier, der Sie freitags an dieser Stelle begrüßt, will und kann ich natürlich keine Konkurrenz machen. Schöne Grüße an dieser Stelle! Aber zum Thema Spaghettieis muss ich ein paar Worte sagen. Für mich bedeutet Spaghettieis: Der Winter ist vorbei, es wird wärmer, erste Nachmittage auf der Terrasse einer Eisdiele. Daher bestelle ich im Frühjahr, wenn sich die Sonne zeigt, besonders gern Spaghettieis. So auch in den vergangenen Tagen. Mit dem Ergebnis war ich aber nicht ganz zufrieden. Am Freitag hörte ich in meiner Straße das Klingeln des Eiswagens. Ich ging raus und kaufte ein Spaghettieis (eine kleine Aufwertung des Home-Office-Alltags, die ich uneingeschränkt empfehle). Aber das Eis … Es hatte nicht nur Sahne unter der Schicht aus Vanilleeis, wo sie hingehört, sondern auch einen großen Klecks obenauf. Dazu kamen Krokantsplitter. Fazit: Zu sahnig, der Krokant machte das Ganze zu süß, leider nicht mein Fall. Am Samstag aß ich in einem gehobenen Fischrestaurant direkt an der Elbe ein weiteres Spaghettieis, es stand auf der Dessertkarte. An sich: Lecker, nur war es mit rosa Baiser-Kügelchen und ein paar Blättern Basilikum versehen. Gegen Basilikum habe ich nichts, aber in Kombination mit dem zuckrigen Baiser leider eine Fehlentscheidung. Was wieder mal zeigt: Das Spaghettieis schmeckt am besten pur. Das sieht auch dessen Schöpfer so, Dario Fontanella, der das Eis im Jahre 1969 erfand. Mein Kollege Michael Allmaier hat Fontanella vor längerer Zeit porträtiert (Z+) . Auch ich habe ihn schon interviewt und bei ihm gegessen – in seiner Mannheimer Eisdiele, wo er das Spaghettieis noch heute serviert, gibt es nur das Original. Mit Sahne, Vanilleeis, Erdbeersauce und weißer Schokolade. Ich habe mir nun vorgenommen, das beste Original-Spaghettieis in Hamburg zu suchen. Sollten Sie Tipps haben, schreiben Sie gern eine Mail an hamburg@zeit.de , Betreff: Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag! Ihr Yannick Ramsel Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, oder wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an hamburg@zeit.de . WAS HEUTE WICHTIG IST Am Donnerstag soll ab 17.30 Uhr am Hamburger Rathausmarkt eine Demonstration für die Opfer sexualisierter Gewalt stattfinden. Aufgerufen hat dazu die Bürgerschaftsabgeordnete Annika Urbanski (SPD). Anlass und Hintergrund sind die schweren Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen. Angesichts der aktuellen Debatte über digitale Gewalt fordert auch Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina schärfere Gesetze und ruft betroffene Frauen auf, Anzeige zu erstatten. So will die Grünen-Politikerin Plattformen stärker in die Pflicht nehmen, Strafbarkeitslücken schließen und ein digitales Gewaltschutzgesetz schaffen. Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat den Warnstreiks im Nahverkehr Rückendeckung gegeben . Auf dem SPD-Landesparteitag nannte sie das Thema Arbeitskampf und Streik eine "wichtige Säule der sozialen Marktwirtschaft". Am Samstag standen zum achten Mal in diesem Jahr alle U-Bahnen und einige Busse in Hamburg still. Der Rüstungskonzern Rheinmetall will den Bau der Marine-Fregatten deutlich beschleunigen und das erste Schiff der Klasse F126 im zweiten Halbjahr 2031 ausliefern. Das sagte Divisionschef Tim Wagner. Das milliardenschwere Programm liegt derzeit rund vier Jahre hinter Plan. Nach dem Aus von Sportdirektor Sebastian Kehl in Dortmund wachsen die Spekulationen über einen Wechsel zum HSV . Mehreren Medienberichten zufolge ist der 46-Jährige Kandidat für den Posten des Sport-Geschäftsführers und damit als Nachfolger von Stefan Kuntz im Gespräch. AUS HAMBURG Ein Musterschüler bewirbt sich Hamburg berechnet die Kosten olympischer Sportstätten auf tausend Euro genau. Der Rest des Konzepts ist noch seltsamer. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Kommentar von ZEIT-Redakteur Christof Siemes. Das muss man den Verantwortlichen lassen, die die Olympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 nach Hamburg holen wollen: Ihre Hausaufgaben haben sie gemacht. Das finalisierte Bewerbungskonzept, das in dieser Woche vorgestellt wurde, ist ein Meisterstück in der hohen Kunst des Pläneschmiedens. Es bietet Lösungen für nahezu alle Probleme, die sich bei der Ausrichtung des größten Sportereignisses der Welt stellen. Es beantwortet sogar Fragen, auf die man als Bürger dieser Stadt von selbst wohl gar nicht gekommen wäre. Und es atmet auf jeder seiner vielen Seiten auf beeindruckende Weise das, was man den Geist des Hanseatischen nennen könnte: Mut zur Vision gepaart mit protestantischer Strenge; Selbstbewusstsein, ohne angeberisch zu klingen; Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, aber auch ein gewisses Oberlehrertum, weil man in dieser seit Jahrhunderten erfolgreichen Kaufmannsstadt immer alles ein bisschen besser weiß. Ein Dokument wie aus einem Guss: logisch, vernünftig und so seriös, wie es die Versammlung Ehrbarer Kaufleute zu Hamburg seit mehr als 500 Jahren sein will. Zum Teil bis auf 1.000 Euro genau hat man schon hochgerechnet, was die große Sause am Ende kosten könnte. Exakt 3.306.000 Euro soll zum Beispiel die temporäre Anlage für die Vorrunde des Bogenschießens am Aschberg in Hamm kosten, wo 1.000 Zuschauer Platz fänden. Das Finale würde auf einem Ponton auf der Binnenalster stattfinden, wo zudem Plattformen für 3x3 Basketball und die Demonstrationssportart Padel-Tennis schwimmen sollen. Kostenpunkt für den gesamten Dreierpack: 28.097.000 Euro. So geht es in einem fort: Die etwas in die Jahre gekommene Tennisanlage am Rothenbaum, vorgesehen für ein Turnier so groß wie die Grand Slams von Wimbledon oder den French Open in Roland Garros, wird für 13.523.000 Euro "ertüchtigt", der Derby-Park in Klein-Flottbek, Ort der Spring- und Dressurreiter, bekommt für 5.922.000 Euro eine neue Tribüne. 35 Prozent Teuerungsrate gegenüber den Preisen von heute sind da überall schon eingerechnet, ebenso 19 Prozent Mehrwertsteuer; alles validiert von der Boston Consulting Group. Wo die Probleme des Hamburger Konzepts liegen, lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung. → Zum Artikel (Z+) SCHON GELESEN? So kriegen Sie die Schnäppchen-Wohnung An günstige Immobilien kommt man bei Zwangsversteigerungen. Wie man prüft, ob sich der Kauf wirklich lohnt, und was hilft, gegen andere Bieter zu bestehen – dazu hat sich ZEIT-Autor Niclas Kreft Gedanken gemacht und war bei einer Zwangsversteigerung im Amtsgericht Hamburg-Wandsbek dabei. → Zum Artikel (Z+) DARAUF KÖNNEN SIE SICH FREUEN Zum 60. Jubiläum der "Raumpatrouille Orion" veranstaltet das Metropolis im Planet Harburg einen Serienmarathon mit 60er-Jahre-Buffet. Im Zentrum des Abends steht die Musik des Komponisten Peter Thomas. Der Komponist war einer der einfallsreichsten und stilprägendsten Filmkomponisten Deutschlands. Unter anderem stammt auch die Musik zu den Edgar-Wallace-Verfilmungen oder für "Derrick", "Der Kommissar" und "Der Alte" von ihm. Sein Sohn Philipp Thomas verwaltet das musikalische Erbe und wird bei der Veranstaltung anwesend sein. Metropolis im Planet Harburg – "Raumpatrouille Orion"; 29.3., 11 Uhr; Herbert-und Greta-Wehner-Platz (S-Bahn Harburg-Rathaus, Ausgang Großer Schippsee); Tickets bekommen Sie hier MEINE STADT HAMBURGER SCHNACK Clueso, während seines Konzerts in der Barclays Arena: "Familie ist wie ein Fußballverein – sucht man sich nicht aus", überlegt kurz, lacht, "In Hamburg schon!" Gehört von Wiebke Neelsen Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren .