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26.03.2026
06:00 Uhr
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Die Elbvertiefung am Donnerstag – Mit
der Hauptstadt der Datenschutzbeschwerden, einer Umfrage zur Hamburger Olympiabewerbung und den Ursachen des Islamismus

Liebe Leserin, lieber Leser, haben Sie diesen Sommer noch nichts vor? Können Sie sich für Sonne und Seeluft begeistern? Und wären Sie für Arbeit zu haben, womit aber körperliche Arbeit gemeint ist, also nicht das Tippen von E-Mail-Newslettern oder so, sondern: Schaufeln und Schubkarren? Dann gäbe es vielleicht einen Job für Sie: Das Archäologische Museum sucht Menschen, die bei einer Grabung auf Neuwerk mit anpacken. Vier Monate lang, von Anfang Juni bis Ende September. Die Tätigkeit wird nach Tariflohn bezahlt, zusätzlich kümmert sich das Museum um die Unterbringung vor Ort. Neuwerk, die Insel im Wattenmeer, liegt mehr als hundert Kilometer von Alster und Rathaus entfernt, ist aber ein Stadtteil von Hamburg (wie es dazu kam, schildert Annika Lasarzik hier ) . Ihr wuchtiger Leuchtturm gilt als das älteste noch bestehende Bauwerk der Hansestadt. Errichtet wurde er zwischen 1300 und 1310. Der Turm thronte vor der Elbmündung und war wohl zugleich eine Orientierungsmarke für Seefahrer und ein Ausguck, von dem zum Beispiel nach Seeräubern gesucht wurde. Über die Anfänge des Turms im Mittelalter ist wenig bekannt, doch das soll sich jetzt ändern – deshalb die Grabung. Es ist die allererste auf diesem Areal, und sie wird möglich, weil der seit Jahren geschlossene alte Backsteinturm umfassend modernisiert und wieder zur Attraktion der Insel werden soll. Also: Sommer! Sonne! Presslufthammer! Und mehr als 700 Jahre hamburgische Geschichte ... falls Sie neugierig geworden sind, finden Sie hier die Stellenausschreibung (die dort genannte Frist ist bereits abgelaufen, aber keine Sorge, das Museum nimmt weiterhin Bewerbungen entgegen). Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag! Ihr Oskar Piegsa Was heute wichtig ist In keinem anderen Bundesland gibt es pro Kopf so viele Datenschutzbeschwerden wie in Hamburg. Insgesamt 4.200 Eingaben im Jahr 2025 bedeuteten einen Zuwachs von 60 Prozent, sagte der Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs – ein neuer Rekord. Ein Grund für den Anstieg der Beschwerden sei ein schlechterer digitaler Kundenservice durch unausgereifte KI-Tools. Gut ein Jahr nach der Bürgerschaftswahl in Hamburg sitzt Rot-Grün weiter sicher im Sattel. Laut einer aktuellen Erhebung von Infratest dimap erhielten SPD und Grüne 50 Prozent Zustimmung. Die SPD kam trotz 3,5 Prozentpunkten Verlust im Vergleich zum Vorjahr auf 30 Prozent Zustimmung, die Grünen legten um 1,5 Prozentpunkte auf 20 Prozent zu. Hamburg war einer der Einsatzorte für eine Razzia des Zolls, bei der Unternehmen aus der Baubranche kontrolliert wurden. Acht Beschuldigten wird vorgeworfen, Arbeitnehmer beschäftigt und diese entweder gar nicht oder nicht vollumfänglich zur Sozialversicherung angemeldet zu haben. Geschätzter Schaden laut Hauptzollamt: drei Millionen Euro. Eine Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger sieht eine Olympiabewerbung aktuell skeptisch. Eine repräsentative Umfrage von Infratest dimap zeigte: 50 Prozent der Befragten finden die Bewerbung "eher schlecht", 41 Prozent antworteten mit "eher gut". Die Preise für Immobilien in Hamburg gehen weiter nach oben. Eine Neubauwohnung kostet im Schnitt fast 8.700 Euro pro Quadratmeter, wie der LBS-Immobilienmarktatlas zeigt. Bei Häusern lag der Wert für Neubauten bei 5.698 Euro pro Quadratmeter. Aus Hamburg Verbieten reicht nicht Fast jeder zweite junge Muslim in Deutschland neigt dem Islamismus zu, stellt eine Studie fest. Die Politik reagiert empört, aber sie ignoriert die Ursachen. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Kommentar von ZEIT-Redakteur Christoph Heinemann. Diese Zahl ist bemerkenswert: 45,1 Prozent der Musliminnen und Muslime unter 40 Jahren in Deutschland sind nach einer neuen Studie des Bundeskriminalamtes "latent oder manifest islamismusaffin". Sie neigen also dazu, den Rechtsstaat abzulehnen – und auch andere Religionen, vor allem das Judentum. Das ruft Erinnerungen wach an die 2.000 Männer, die in Hamburg auf einer Demo 2024 ein Kalifat forderten, an einen "schwarzen Block" von Islamisten in Essen, an Feiern des Angriffs der Hamas auf Israel nach dem 7. Oktober 2023 in Berlin. Waren das alles nur die lautesten Anzeichen eines größeren Problems? Gibt es einen Alltagsislamismus in Deutschland, eine Gefahr für dieses Land, jenseits von dschihadistischen Terroranschlägen? Ja, das ist so. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Klickt man sich weiter durch den sogenannten Motra-Monitor des BKA, stellt man fest: Jeweils etwa ein Viertel der befragten Musliminnen und Muslime stimmte den Aussagen zu, ein islamischer Gottesstaat sei "die beste Staatsform" und die Regeln des Koran seien ihnen "wichtiger als die Gesetze in Deutschland", ähnlich viele wie bei den Befragungen der vergangenen Jahre. Ein noch etwas größerer Anteil, 28,6 Prozent, unterschreibt den Satz: "Juden kann man nicht trauen." Dieser Wert hat sich gegenüber dem Motra-Monitor 2021 mehr als verdoppelt. 60 Prozent der Muslime lehnen allerdings solches Gedankengut ab, auch das halten die Autoren der Studie fest. Die gute Nachricht ist also, dass diese Mehrheit noch steht, allerdings wird sie dünner. Vor allem fehlt der Politik der wichtigste Schritt, um den Trend zu brechen: genau hinzusehen, wie er entstanden ist. Wo die Lücken der staatlichen Islamismusbekämpfung liegen und wie eine Lösung aussehen könnte , lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung. → Zum Artikel (Z+) Schon gelesen? Er wird immer schwächer. Hat der gestrandete Wal noch eine Chance? In der Lübecker Bucht hängt ein Buckelwal auf einer Sandbank fest. Nun wird die Zeit knapp. Was die Rettung so schwierig macht und die Ostsee zur tödlichen Falle – ZEIT-Redakteurin Dagny Lüdemann hat dazu recherchiert. → Zum Artikel Das könnte Sie interessieren Morgen Abend gibt es die nächste Lesung im Rahmen von "Lesungen fürs Ledigenheim" . Im Kleinen Michel ist dieses Mal Carmen Korn mit ihrem neuen Roman "In den Scherben das Licht" zu Gast. Die Handlung spielt 1946, in den Trümmern Hamburgs. Die Autoren verzichten bei den Lesungen auf ihr Honorar, und der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Erhaltung und Sanierung des Ledigenheims wird gebeten. Carmen Korn-Lesung "In den Scherben das Licht", 27.3.,19 Uhr; Kleiner Michel, Michaelisstraße 5; Anmeldung möglich unter anmeldung@stiftungros.de oder 040-29 81 38 88 Meine Stadt HAMBURGER SCHNACK Op'n Bulln in Blankenese. Ein circa sechsjähriger Junge fragt seine Mutter: "Mama, warum heißt der Rhein denn hier Elbe?" Gehört von Wolfgang Meyer Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren .