Zeit 02.06.2026
10:35 Uhr

El Niño: Weltwetterorganisation sieht Hinweise auf starkes El-Niño-Ereignis


Die hohen Meerestemperaturen im Pazifik kündigen das Wetterphänomen El Niño an. Das könnte laut Weltwetterorganisation besonders stark ausfallen.

El Niño: Weltwetterorganisation sieht Hinweise auf starkes El-Niño-Ereignis
Die Weltwetterorganisation (WMO) hat einen moderaten oder möglicherweise starken El Niño vorhergesagt. Die ungewöhnlich hohen Meerestemperaturen im tropischen Pazifik kündigen demnach das regelmäßig wiederkehrende Wetterphänomen an. »Die Wahrscheinlichkeit eines El-Niño-Beginns zwischen Juni und August liegt inzwischen bei 80 Prozent und für eine Dauer bis mindestens November bei rund 90 Prozent«, sagte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo. »Wir müssen uns auf ein möglicherweise starkes El-Niño-Ereignis vorbereiten«. El Niño ist eine starke Wetterabweichung, die alle zwei bis sieben Jahre natürlich auftritt und das Klima in vielen Regionen der Welt beeinflusst. Normalerweise wehen im Pazifik starke Passatwinde von Ost nach West. Dadurch wird warmes Oberflächenwasser Richtung Asien und Australien gedrückt, während vor Südamerika kühleres Wasser aus der Tiefe nach oben kommt. Bei El Niño passiert etwas anderes: Die Passatwinde werden schwächer oder drehen sich teilweise um. Dadurch bleibt das warme Wasser im zentralen und östlichen Pazifik – also Richtung Südamerika – liegen. Die Oberflächentemperatur an der Pazifikküste Südamerikas sei zwischen Ende April und Mitte Mai auf das Niveau wie in El-Niño-Jahren gestiegen, berichtete die WMO. Zusätzlich komme ungewöhnlich warmes Wasser aus tieferen Lagen hinzu, dessen Temperatur teils sechs Grad über dem langjährigen Durchschnitt liege. El Niño verstärkt die Erwärmung der Erde zusätzlich zum Klimawandel Ein El Niño verschärft die Folgen des menschengemachten Klimawandels: In Südamerika gibt es oft mehr Regen und Überschwemmungen. In Australien und Indonesien wird es hingegen häufig trockener und heißer. Auch in anderen Teilen der Welt kann das Wetter spürbar beeinflusst werden . Wie stark die Auswirkungen örtlich tatsächlich sein werden, ist aber schwer zu prognostizieren. Mit dem Auftreten des Phänomens die Sorge einher vor mehr Extremwetter mit Dürren, Überschwemmungen und einer womöglich rekordbrechenden globalen Durchschnittstemperatur in naher Zukunft, wie die WMO berichtete. »El-Niño-Bedingungen gießen Öl in das Feuer der globalen Erwärmung«, teilte UN-Generalsekretär António Guterres in einer Videobotschaft mit. »Die Folgen werden noch heftiger und werden sich noch weiter ausbreiten.« Letzter El Niño war 2023 Die Folgen von El Niño in Europa sind meist gering. Da Europa weit vom Pazifik entfernt liegt, kommt der Einfluss Experten zufolge nur abgeschwächt an und wird von anderen Wetterfaktoren überlagert. Wenn es Auswirkungen gibt, dann eher leichte Veränderungen wie etwas kühleres und feuchteres Wetter. Zuletzt trat das Wetterphänomen 2023/24 auf. Laut der WMO war es eines der fünf stärksten El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950. Es hat auch dazu beigetragen, dass 2024 weltweit das bisher heißeste Jahr seit Beginn der Industrialisierung wurde, gemessen an der durchschnittlichen Temperatur auf der Erde.