Zeit 26.03.2026
11:19 Uhr

Digitale Gewalt : Warum es so schwer ist, gegen Deepfakes vorzugehen


Gefälschte KI-Bilder, die Frauen in Sexposen zeigen, sind überall im Netz. Wie die Politik das ändern will und wo die gesellschaftliche Debatte steht: der Digitalpodcast

Digitale Gewalt : Warum es so schwer ist, gegen Deepfakes vorzugehen
Mehr als 90 Prozent aller täuschend echt aussehenden Videos im Netz zeigen pornografische Inhalte – etwa 99 Prozent davon Frauen. Was tun gegen diese Deepfakes und die digitale Gewalt, die vor allem Frauen erfahren? Auf diese Frage will die Politik in dieser Woche eine Antwort finden – Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat dafür einen Gesetzesentwurf angekündigt . Das Thema digitale Gewalt ist wieder ganz oben auf der Tagesordnung gelandet, seit die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes öffentlich schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben hatte. Fernandes beschuldigt Ulmen, in ihrem Namen mit anderen Männern gechattet und vermeintliche Nacktfotos und Videos von ihr mit ihnen geteilt zu haben. Darüber hatte der Spiegel zuerst berichtet. Christian Ulmen lässt die Vorwürfe über seinen Anwalt bestreiten. Seit Jahren kämpft Fernandes gegen gefälschte Pornobilder im Internet, sogenannte Deepfakes . Ein Gericht in Spanien bestätigte der ZEIT am Freitag, dass ein Vorverfahren gegen Ulmen geführt werde, nachdem Fernandes Anzeige erstattet hatte. Schon zuvor hatten die massenhafte Verbreitung von sexualisierten KI-Bildern, die Elon Musks Chatbot Grok generierte, und der Fall einer jungen Studentin, die gegen sexualisierte KI-Nacktbilder Anzeige erstattete, Aufmerksamkeit für das Thema digitale Gewalt geschaffen, das in Deutschland laut einer Studie viele Frauen betrifft. Wie kann man sich gegen sexualisierte Deepfakes im Netz wehren? Was genau soll sich nun ändern? Welchen Schutz gibt es – und welche Rolle spielen Männer in der Debatte um Gewalt gegen Frauen im Netz? ZEIT-Volontär David Will und Lisa Hegemann, Ressortleiterin Digital der ZEIT, besprechen die juristischen und gesellschaftlichen Dimensionen digitaler Gewalt mit Neustart -Host Meike Laaff. Im Rabbit Hole der Woche erzählt Lisa Hegemann von ihrer Recherche zum Thema Emojis und wie sie verschiedenen Generationen dabei helfen, sich misszuverstehen. Haben Sie Feedback oder Fragen zur Folge? Dann schreiben Sie uns gern an neustart@zeit.de . Im ZEIT-Podcast "Neustart" ordnen die Hosts Henrik Oerding und Meike Laaff mit ihren Kolleginnen und Kollegen ein, was gerade in der Digitalwelt passiert – und was dies für die Offlinewelt bedeutet. Auch, aber nicht nur für Nerds. Jeden zweiten Donnerstag erscheint eine neue Folge. Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.