Zeit 28.09.2026
06:03 Uhr

Deutscher Startup Monitor: Zahl der Milliarden-Start-ups nimmt durch KI deutlich zu


Investitionen in Rüstungsfirmen und Künstliche Intelligenz kommen Start-ups in Deutschland zugute. Doch viele von ihnen bevorzugen die Nutzung von Anbietern aus den USA.

Deutscher Startup Monitor: Zahl der Milliarden-Start-ups nimmt durch KI deutlich zu
Trotz der Konjunkturschwäche gibt es in Deutschland immer mehr sogenannte Milliarden-Start-ups. Bis zum Ende des Monats sind in diesem Jahr zehn neue Start-ups mit einer Firmenbewertung von mindestens einer Milliarde Euro gegründet worden . Das geht aus einer Datenanalyse des Startup-Verbands hervor. Laut dem Deutschen Startup Monitor, für den gut 1.800 Wachstumsfirmen befragt wurden, gibt es in Deutschland derzeit 39 Milliarden-Start-ups, die auch Unicorns genannt werden. Dazu gehören etwa der Online-Broker Trade Republic, die Bank N26 und die Softwarefirma Personio. Neu dazu gekommen sind dieses Jahr unter anderem die Softwarefirma Osapiens, Neura Robotics und die Rüstungsfirma Stark Defense. Mit rund acht Milliarden Euro ist 2026 laut der Analyse bis Ende September schon mehr Wagniskapital in Start-ups geflossen als im gesamten Vorjahr mit etwa 7,5 Milliarden Euro. Die Gründerbranche profitiert von steigenden Investitionen in Rüstungsfirmen, darunter Quantum Systems und Helsing, die viel Geld von Investoren einwerben. Ein weiterer Wachstumstreiber ist Künstliche Intelligenz. Für 53 Prozent der befragten Start-ups steht die Technologie im Zentrum des Produkts. 2024 waren es erst 39 Prozent. Laut dem Verband führt die Nutzung von KI auch zu immer mehr Gründungen in Deutschland. Start-ups sorgen sich kaum um Fachkräftemangel Allerdings zeigt der Bericht auch Schwächen der Gründerbranche. So konzentriere sich das geflossene Kapital stärker an der Spitze. Auch ziehe es für einen potenziellen Börsengang die Mehrheit der Start-ups (62 Prozent) in die USA. Bei digitalen Technologien setzten 64 Prozent überwiegend oder ganz auf US-Anbieter. Stärken sieht der Verband in der Verbindung mit Hochschulen. So werde jedes zweite Start-up (51 Prozent) von Forschungseinrichtungen unterstützt. Bei 59 Prozent gehe das Produkt aus neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen hervor. Der Fachkräftemangel macht Start-ups laut dem Verband weniger Sorgen. Nur 15 Prozent sehen ihn als große Hürde. Vor zwei Jahren waren es 30 Prozent. Mehr als vier von fünf Start-ups planen demnach binnen zwölf Monaten Neueinstellungen.