Zeit 14.08.2026
12:40 Uhr

Betrug beim Onlinebanking: BKA deckt internationales Netzwerk von Cyberkriminellen auf


Dem Bundeskriminalamt ist ein Schlag gegen mutmaßliche Betrüger gelungen. Sie sollen dank einer Softwarelücke Onlinebanking-Kunden um Millionen Euro betrogen haben.

Betrug beim Onlinebanking: BKA deckt internationales Netzwerk von Cyberkriminellen auf
Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt haben nach eigenen Angaben ein internationales Betrügernetzwerk aufgedeckt. Die Bande soll Bankkunden um Millionen Euro gebracht haben. Wie BKA und Generalstaatsanwaltschaft gemeinsam mitteilten, gingen die deutschen Ermittler gemeinsam mit brasilianischen Behörden nach jahrelangen Ermittlungen gegen das kriminelle Netzwerk vor und nahmen zahlreiche Verdächtige fest. Demnach wurden im Zusammenhang mit mutmaßlichem Computerbetrug im Onlinebanking drei Tatverdächtige in Europa identifiziert. Gegen sie laufen nun Verfahren in Spanien und Bulgarien. In Brasilien unterstützte das BKA eine groß angelegte Razzia. Dabei nahmen die Behörden vier mutmaßliche Mitglieder des Netzwerks fest und durchsuchten 21 Objekte in sieben Städten. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, im November 2023 innerhalb weniger Tage zahlreiche nicht autorisierte Abbuchungen von den Konten deutscher Onlinebanking-Nutzer veranlasst zu haben. Nach Angaben der Ermittler liegt der entstandene Schaden im Millionenbereich. Nach bisherigen Erkenntnissen hätten die Kriminellen dabei eine Schwachstelle im Buchungsprozess bei einem Zahlungsdienstleister ausgenutzt. Diese Schwachstelle sei durch ein fehlerhaftes Softwareupdate entstanden. Die Täter leiteten den Angaben nach die Gelder hauptsächlich nach Brasilien, wo ein Großteil der Summe nach Verschleierungsversuchen ausgezahlt wurde. Mit einem kleineren Teil der Beute soll die Bande auch in vier europäischen Ländern ähnlich vorgegangen sein. Welche Banken und wie viele Nutzer in Deutschland betroffen waren, teilten die Ermittler nicht mit. Die Erkenntnisse der brasilianischen Behörden sollen nun in die weiteren Ermittlungen in Deutschland einfließen.