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27.03.2026
16:11 Uhr
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Obwohl die Preise vor Ostern sinken, wünschen sich die meisten Deutschen zusätzliche staatliche Maßnahmen gegen teuren Sprit. Der Bundesrat stimmt dem Spritpreispaket zu.

80 Prozent der Deutschen halten die aktuellen Maßnahmen der Bundesregierung gegen die hohen Energiepreise für unzureichend. 14 Prozent stuften die Maßnahmen im aktuellen ZDF- Politbarometer dagegen als "gerade richtig" ein. Für drei Prozent tut die Regierung schon zu viel. Die Bundesregierung hatte beschlossen, dass Tankstellen angesichts der hohen Spritpreise nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen . Zudem müssen sie gegenüber dem Bundeskartellamt künftige Preissteigerungen rechtfertigen . Für 58 Prozent sind die hohen Preise laut dem aktuellen ZDF- Politbarometer persönlich ein mindestens großes Problem. Viele fordern deswegen zusätzliche Maßnahmen. So befürworten 73 Prozent eine vorübergehende Senkung der Steuern und Abgaben auf Benzin und Diesel. Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte für die Umfrage von Dienstag bis Donnerstag 1.206 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Regierung soll Weiteres "prüfen" Der Bundesrat verabschiedete am Freitagvormittag das erste Spritpreispaket der Bundesregierung endgültig. Anders als von den Deutschen gewünscht, will die Regierung vorerst keine weiteren Entlastungen für Verbraucher auf den Weg bringen. Die Bundesregierung solle jedoch verschiedene Maßnahmen prüfen, darunter etwa eine Übergewinnsteuer , eine Anhebung der Pendlerpauschale oder eine Senkung der Energie- oder Kfz-Steuer, sagten die Vorsitzenden der sogenannten Spritpreis-Taskforce von SPD und Union, Armand Zorn (SPD) und Sepp Müller (CDU). Müller sagte, diese Prüfungen würden sechs Wochen dauern. Die Taskforce hatte eigenen Angaben zufolge zuvor Gespräche mit Vertretern weiterer Wirtschaftszweige geführt, darunter Vertreter der Land- und der Energiewirtschaft. Eine wichtige Erkenntnis sei gewesen, dass es bislang "kein Spillover auf die Lebensmittelpreise gibt", sagte Zorn. Die von der Bundesregierung zu prüfenden Maßnahmen konzentrieren sich daher weiterhin auf den Bereich der Spritpreise. Preise sinken bereits Tatsächlich sanken die Spritpreise kurz vor Ostern. Sowohl Diesel als auch Superbenzin verbilligten sich im bundesweiten Tagesdurchschnitt, teilte der ADAC mit. Am Donnerstag kostete ein Liter 2,234 Euro, das waren 3,5 Cent weniger als am Vortag und 7,6 Cent weniger als noch am Montag. Superbenzin der Sorte E10 kostete am Donnerstag 2,054 Euro pro Liter, das waren 1,4 Cent weniger als am Mittwoch . Für Diesel wie Superbenzin sind die Höchstpreise aus dem März damit wieder deutlich gesunken. Wirtschaftsexperten erwarten jedoch angesichts der steigenden Ölpreise, dass auch Kraftstoffe wieder teurer werden. Je länger der Krieg im Iran dauert, desto mehr dürfte es demnach auch die deutsche Wirtschaft mit steigenden Preisen und Lieferengpässen zu tun bekommen . Die USA und Israel haben Ende Februar den Iran angegriffen . Das iranische Militär reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und Militärstützpunkte der USA in der Golfregion . Dadurch wurden die umliegenden Staaten in den Krieg hineingezogen. Der Iran kontrolliert derzeit weitgehend die Straße von Hormus und lässt bisher kaum Schiffe hindurch . Zuletzt legten die USA dem Iran einen Plan für ein Kriegsende vor . Ein Gutachten des Bundestags beurteilt den Krieg als "völkerrechtswidrig", da die Begründung nicht stringent sei .