|
25.03.2026
00:29 Uhr
|
Seit 2014 soll der Atommüll aus Jülich geräumt werden. Nun werden 152 Castorbehälter in ein Zwischenlager gebracht. Ein erster Transport hat das Ziel erreicht.

Der erste Transport von Atommüll aus dem rheinischen Jülich ist nach einer Fahrt quer durch Nordrhein-Westfalen im Zwischenlager Ahaus im Münsterland angekommen. Der erste Konvoi mit einem Castorbehälter hat als Auftakt einer Serie von Transporten sein Ziel erreicht, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa berichtete. Einem Polizeisprecher zufolge verlief der Transport ohne besondere Zwischenfälle und war etwas schneller unterwegs als ursprünglich geplant. Der Konvoi bestand aus etwa 100 Fahrzeugen. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz, wie ein Sprecher des NRW-Innenministeriums mitteilte. Den Transport sicherten insgesamt etwa 2.400 Beamte ab. Die genaue Route hatten die Behörden zuvor nicht bekannt gegeben. Auf der gut 170 Kilometer langen Strecke ins Münsterland sollen insgesamt rund 300.000 Brennelemente-Kugeln aus dem früheren Versuchsreaktor Jülich transportiert werden. Das Verlagern der Atomabfälle wird sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Mit 152 Behältern handelt es sich um einen der größten Atommülltransporte auf der Straße seit Jahrzehnten. Proteste gegen den Transport Mehrere Antiatomkraftinitiativen protestierten ab Dienstagabend gegen die geplanten Transporte durch NRW. In Jülich fand eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum statt. Nach Angaben eines dpa-Reporters waren etwa 20 Teilnehmer vor Ort. "Es wären sicherlich mehr Leute gekommen, aber viele kommen wegen der Polizeisperren nicht durch", sagte Marita Boslar, Sprecherin des Aktionsbündnisses Stop Westcastor. In Ahaus startete zeitgleich eine Demonstration vom Bahnhof zum Rathaus. Dort fand eine Kundgebung statt. Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland sprach von etwa 250 Teilnehmern. Zudem riefen Atomkraftgegner der Bürgerinitiative Ahaus zu einer Mahnwache vor dem Zwischenlager auf. In Duisburg versammelten sich am Abend an einer Auffahrt zur A42 zahlreiche Menschen, wie ein dpa-Reporter berichtet. Zu der Aktion hatte die Umweltorganisation BUND aufgerufen. Verzögert wurde der Transport durch die Mahnwachen aber nicht. 2014 wurde die Räumung des Mülls angeordnet Nach früheren Angaben des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) wurden 152 Einzeltransporte beantragt, die aber gebündelt werden könnten. Es gibt demnach vier geeignete Transportfahrzeuge, die je einen Behälter auf einmal transportieren könnten. Die geplanten Transporte werden nach Angaben der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) mindestens 150 Millionen Euro kosten . BASE hatte die Umlagerung nach Ahaus bereits im August 2025 genehmigt . Doch dem umstrittenen Transport waren mehrere Gerichtsentscheidungen und eine Bürgerveranstaltung in Ahaus vorausgegangen. Die Umweltorganisation BUND hatte den Transport auf dem Gerichtsweg verhindern wollen und argumentierte, die Sicherheit der Castoren sei bei der Fahrt über die Straßen in Nordrhein-Westfalen gegen Störmaßnahmen Dritter nicht gewährleistet. Anfang März entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg in einer Eilentscheidung, dass die Transporte stattfinden dürfen. Schon im Jahr 2013 lief die Genehmigung für die Lagerung von Atommüll im Versuchsreaktor Jülich aus. Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium hatte 2014 angeordnet, das Lager zu räumen, weil die Erdbebensicherheit nicht nachgewiesen werden konnte. Jahrelang wurden mehrere Optionen geprüft. Es gibt in Deutschland derzeit keine Endlager , in denen strahlende Atomabfälle über Hunderttausende Jahre hinweg sicher gelagert werden können. Stattdessen gibt es 16 Zwischenlager, darunter das in Ahaus.