Zeit 26.03.2026
17:18 Uhr

Angriffe auf Zugbegleiter: Verkehrsminister lehnen feste Doppelbesetzung für Zugbegleiter ab


Die Verkehrsminister der Länder sind gegen "starre" Vorgaben. Die Gewerkschaft EVG hatte nach Angriffen auf Zugbegleiter eine generelle doppelte Besetzung gefordert.

Angriffe auf Zugbegleiter: Verkehrsminister lehnen feste Doppelbesetzung für Zugbegleiter ab
Die Verkehrsminister und -ministerinnen der Länder haben einen Vorschlag zur Doppelbesetzung für Zugbegleiter abgelehnt. Man sei gegen "starre bundesweite Vorgaben", was die personelle Besetzung in Zügen und an Bahnhöfen angeht, hieß es in einem entsprechenden Beschluss der Verkehrsministerkonferenz. Die Personalstärke solle "regional und bedarfsorientiert" erfolgen. Damit nahm die Konferenz eine zentrale Forderung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) nicht auf. Die Gewerkschaft forderte nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in einem Regionalzug Anfang Februar , dass Zugbegleiter zur eigenen Sicherheit künftig überall in doppelter Besetzung unterwegs sein sollten. Die Gewerkschaft kritisierte die Ablehnung der Minister: "Mit diesem halb garen Beschluss entziehen sich die Verkehrsminister ihrer Verantwortung und kapitulieren vor der eskalierenden Gewalt", teilte EVG-Chef Martin Burkert mit. Die Leidtragenden seien die Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag zur Arbeit gingen und dafür bedroht, bespuckt und angegriffen würden. "Ein Kollege wurde getötet. Was muss denn noch passieren?" Keine Ausweiskontrollen, dafür Bodycams Nach dem Angriff hatte die Bahn einige Sicherheitsmaßnahmen auf den Weg gebracht, darunter etwa sogenannte Bodycams auf freiwilliger Basis, also Kameras an der Dienstkleidung. Außerdem müssen bei Ticketkontrollen künftig nicht mehr die Personalausweise zum Abgleich mit dem Fahrschein verlangt werden. Die Ministerinnen und Minister begrüßten diese Maßnahmen und sprachen sich für ein bundesweit einheitliches Waffen- und Messerverbot im Personenverkehr aus. All diese Maßnahmen seien mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Deren Finanzierung sei durch den Bund zu klären, schreiben sie in dem Papier. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) kündigte an, Ende April eine erste Bilanz zu ziehen. Derzeit werde zudem geklärt, inwieweit die Videoüberwachung an Bahnhöfen verbessert werden könne. Mit Blick auf finanzielle Forderungen sagte Schnieder, dass auch der Bund vor einem bereits beschlossenen Haushalt stehe.