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13.08.2026
16:22 Uhr
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BSW-Landeschefin Katja Wolf will Sahra Wagenknecht nicht mit der AfD zur Ministerpräsidentin wählen. Auch widerspricht sie Wagenknechts Kritik an Thüringens Regierung.

Nach BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht schlägt auch Katja Wolf, Chefin des Thüringer BSW-Landesverbands, das Angebot von Björn Höcke aus, Wagenknecht mithilfe seiner AfD-Fraktion zur Ministerpräsidentin zu wählen . »Eine Unterstützung des rechten Kulturkampfes und der völkischen Ideen, die die AfD propagiert, lehne ich aus tiefster persönlicher Überzeugung entschieden ab«, teilte Wolf auf Anfrage der ZEIT mit. »Das vergiftete Angebot des Herrn Höcke werden wir sicherlich nicht annehmen.« Ihre politischen Ziele beim BSW stünden »im diametralen Gegensatz zur Vorstellung, einer rassistischen, frauenfeindlichen und unsozialen Partei wie der AfD den Weg in eine Regierungsverantwortung zu ebnen«, sagte Wolf weiter. Die AfD sei »für mich kein möglicher politischer Partner – und Herr Höcke, der wie kein anderer für die völkische Ideologie steht, schon gar nicht.« Höcke schlägt Wahl von Wagenknecht vor Thüringens AfD-Landeschef Höcke hatte zuvor Wagenknecht angeboten, mithilfe der AfD zur Ministerpräsidentin Thüringens gewählt zu werden – noch vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September . In Thüringen regiert derzeit eine Koalition aus CDU, SPD und BSW. Das BSW und die AfD haben mit zusammen 47 von 88 Sitzen im Erfurter Landtag jedoch eine hypothetische Mehrheit. Während Wagenknecht sich zuletzt offen für Kooperationen mit der AfD zeigte, schließt das BSW in Thüringen dies bislang aus. Wagenknecht lehnte Höckes Angebot ab , das »weder ehrlich noch seriös« sei. Zugleich gab sie dem Chef des als rechtsextrem eingestuften AfD-Landesverbands in seiner Bewertung der Thüringer Landesregierung recht: »Richtig ist, dass Mario Voigt als Ministerpräsident das Vertrauen verloren hat und das BSW Thüringen ihm die Unterstützung entziehen muss.« Wolf widerspricht Wagenknecht-Kritik an Thüringer Landesregierung Dem wiederum widersprach Wolf in ihrem Statement. »Wir sind in Thüringen in einer stabilen Regierungskoalition, deren Ministerpräsident unsere Unterstützung hat«, sagte sie der ZEIT. Damit bestätigte sie eine Aussage Wagenknechts, wonach das BSW in Thüringen sie nicht als Ministerpräsidentin mittragen würde: Höcke wisse, dass »die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden«, sagte die Parteigründerin. Damit erneuerte Wagenknecht ihre Kritik an dem Landesverband, dessen Kooperation mit Schwarz-Rot Wagenknecht seit Langem kritisiert – und legte nahe, dass die BSW-Abgeordneten im Thüringer Landtag nicht im Sinne der Bundespartei agieren würden. Wagenknecht steht seit geraumer Zeit in Konflikt mit Landeschefin Wolf, die im Kabinett von Mario Voigt als stellvertretende Ministerpräsidentin das Amt der Finanzministerin bekleidet. Streit im BSW um Umgang mit der AfD Innerhalb des BSW gibt es derzeit keine einheitliche Haltung gegenüber Kooperationen mit der AfD. So kündigte Wagenknecht vor wenigen Tagen an, unter Umständen eine AfD-Landesregierung in Sachsen-Anhalt mitzutragen: Sollte nach zwei Wahlgängen kein Ministerpräsident gewählt werden, werde sich das BSW im dritten Wahlgang enthalten, sagte die Parteigründerin. Dann könnte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auch ohne absolute Mehrheit gewählt werden. Allerdings schließt Siegmund dies bislang aus. Für eine von ihm angestrebte absolute Mehrheit der AfD fehlen der Partei Umfragen zufolge nur wenige Prozentpunkte. Auch grundsätzlich spricht sich Wagenknecht für eine Zusammenarbeit mit der AfD aus, die auch in Sachsen-Anhalt als rechtsextrem eingestuft ist: »Ziehen wir in den Landtag ein, ist die Brandmauer Geschichte«, kündigte sie an. Eine ähnliche Haltung vertreten auch die Parteichefs Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali. Dies sorgt wiederum für Kritik in der Partei: So sprach Thüringens Digital- und Infrastrukturminister Steffen Schütz (BSW) von einem »gefährlichen Kurs«, mit dem die Parteiführung »ohne jede innerparteiliche Diskussion und Willensbildung« Grenzen überschreite.