Zeit 28.09.2026
07:27 Uhr

AfD: Hendrik Wüst hält weiteren Aufstieg der AfD für umkehrbar


Politik müsse sich verändern, sagt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Erreichen will er die Wähler der AfD mit Themen wie Energiekosten und Migration.

AfD: Hendrik Wüst hält weiteren Aufstieg der AfD für umkehrbar
Alexander Hassenstein/Getty Images
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hält einen weiteren ​Aufstieg der AfD in Umfragen und Wahlen für umkehrbar. »Wenn ich das Kommunalwahlergebnis in Nordrhein-Westfalen sehe: Im Vergleich zum Bundestagswahlergebnis hat die AfD bei uns zwei Prozent verloren«, sagte Wüst der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi und der Zeitung Hürriyet . ⁠Bei den Kommunalwahlen im Herbst 2025 hatte die ​AfD 14,5 Prozent erzielt – 9,4 Prozentpunkte mehr als bei den Kommunalwahlen 2020, aber weniger als ‌beim ⁠landesweiten Ergebnis für die Bundestagswahl ​im Februar 2025 mit 16,8 Prozent. Man müsse die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt , Mecklenburg-Vorpommern und Berlin zum Anlass nehmen, sehr »intensiv nachzudenken«, was man anders machen müsse, sagte Wüst. Er sorge sich, dass viele Menschen das Gefühl hätten, sie könnten ihre Anliegen bei den etablierten Parteien gar nicht mehr vorbringen. »Und deswegen ‌müssen wir auch über Inhalte reden, ‌müssen auch darüber reden, dass sich Politik verändern muss«, sagte Wüst. Als ​Beispiele nannte der Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes die Energiekosten und die Migrationspolitik . Wüst reist für drei Tage in die Türkei Wüst ist an diesem Montag mit ​einer Wirtschaftsdelegation für eine dreitägige Reise in die Türkei aufgebrochen. Anlass ist auch der 65. Jahrestag der Anwerbung türkischer Arbeiter durch Deutschland. Ohne sie hätte es den Wiederaufbau und den Aufbau der Infrastruktur in Deutschland »so nicht ⁠gegeben«, sagte Wüst Anadolu und Hürriyet . Die damaligen Arbeitsmigranten und ihre heutigen Kinder und Enkel seien »aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken« – sie seien Lehrerinnen, Polizisten, Unternehmer, Vereinsvorsitzende. »Wir haben viele Millionen Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern bei uns. Sie machen sich mit Blick auf die jüngsten Wahlergebnisse jetzt Sorgen«, sagte Wüst. Er versprach, dafür zu sorgen, »dass dieses Land zusammenbleibt und dass alle Menschen unterschiedlichen Glaubens, unterschiedlicher Herkunft hier sicher und friedlich miteinander leben können«. In Nordrhein-Westfalen wird Ende April 2027 ein neuer Landtag gewählt.