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23.03.2026
05:24 Uhr
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Die SPD ist der Hausmeister des Staates geworden. Ihren Niedergang nimmt sie regungslos hin. Nur ein Papier, das derzeit in der Partei kursiert, setzt einen anderen Ton.

Kann man sich ein Deutschland ohne Sozialdemokratie vorstellen? Das ist kein Satz, den man einfach so dahersagen, geschweige denn daherschreiben sollte. Schließlich hat die SPD bekanntermaßen alles überlebt, was einem als Partei so widerfahren kann: Verbot, Verfolgung, Verrat. Sie wurde oft tot gesagt und ist immer einmal mehr wieder auferstanden. 163 Jahre Stolz und Scheitern leben in dieser Partei. Und heute? Heute verliert die SPD mit München eine Stadt, die seit dem Zweiten Weltkrieg fast durchgehend sozialdemokratisch regiert war. Und mit Rheinland-Pfalz verliert sie eine ihrer letzten regionalen Hochburgen. Und das, obwohl ein beliebter Ministerpräsident zur Wahl antrat, der eine fehlerlose Kampagne ablieferte und überdies gegen einen weitgehend unbekannten Herausforderer antrat. Nachdem die SPD vor zwei Wochen in Stuttgart nur noch mit Mühe und Not in den Landtag getaumelt war, hieß es danach: Es kommt noch Alexander Schweitzer. Es kommt noch Rheinland-Pfalz. Wollen wir doch mal sehen! Jetzt sehen wir: Eine Partei kämpft ums Überleben.