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25.03.2026
06:09 Uhr
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Sie arbeitet an fast allen Wochenenden, er hat eine 50-Stunden-Woche. Die drei Kinder von Nicole und Daniel müssen auch mal für ein paar Stunden allein auskommen.

Wie schaffen es Paare mit Kindern, dass beide in Vollzeit arbeiten? In unserer Serie "Volle Zeit" erzählen diesmal Nicole*, 49, und ihr Mann Daniel*, 41, von ihrem Alltag mit zwei Töchtern, 14 und 11 Jahre alt, und einem Sohn, sieben. Sie arbeitet an fast allen Sonn- und Feiertagen, er hat eine 50-Stunden-Woche und trägt Verantwortung für mehrere Angestellte. Wir haben sie getrennt voneinander befragt. Sie arbeiten beide 100 Prozent. War das schon immer so? Sie: Mit 14, am Ende des Konfirmandenunterrichts, wusste ich: Ich will Pfarrerin werden. 2007 lernte ich in einer Gemeinde in London meinen Mann kennen. In meiner zweiten Schwangerschaft zogen wir nach Afrika für einige Jahre. Zurück in Deutschland übernahm ich eine halbe Pfarrstelle in der Gegend. Seit drei Jahren, da war unser Jüngster vier, arbeite ich voll. Das bedeutet eine Sechstagewoche mit 48 Stunden. Mit einem Kollegen betreue ich rund 3.000 Gemeindemitglieder, verteilt auf mehrere Ortschaften. Ich predige, taufe, traue Paare, gebe Konfirmations- und Religionsunterricht, kümmere mich um die Frauenhilfe, den Jugendklub und bin als Vertreterin des Trägers Ansprechpartnerin für einen Kindergarten. Niemand verrät einem vorher, was es wirklich bedeutet, ein kleines Kind zu versorgen – und wie wenig man nebenher arbeiten kann. In den ersten Jahren halfen uns Au-pairs.