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14.08.2026
10:16 Uhr
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1918 geht der Kaiser ins Exil, innerhalb weniger Wochen wird Deutschland eine Demokratie. Eine ungewöhnlich friedliche Revolution, von der auch Frauen profitierten.

In den frühen Morgenstunden des 10. November 1918 überquert der letzte deutsche Kaiser und König von Preußen, Wilhelm II., auf dem Weg ins Exil die belgisch-niederländische Grenze. Tags zuvor hat sein letzter Regierungschef, Kanzler Max von Baden, ohne Einwilligung des Monarchen dessen Abdankung verkündet. Nur wenige Stunden später ruft Philipp Scheidemann, Mitvorsitzender der Mehrheitssozialdemokraten, der stärksten Partei Deutschlands, von einem Balkon des Berliner Reichstags die Republik aus. Nicht nur der Kaiser, auch die meisten seiner Zeitgenossen staunen über die Geschwindigkeit, mit der sich die demokratische Revolution vollzieht. Bereits am 10. November veröffentlicht das liberale Berliner Tageblatt eine später oft zitierte Lobeshymne seines Chefredakteurs Theodor Wolff auf die revolutionären Ereignisse der vergangenen Tage: »Die größte aller Revolutionen hat wie ein plötzlich losbrechender Sturmwind das kaiserliche Regime mit allem, was oben und unten dazu gehörte, gestürzt. Man kann sie die größte aller Revolutionen nennen, weil niemals eine so fest gebaute, mit soliden Mauern umgebene Bastille so in einem Anlauf genommen wurde [...]. Gestern früh war, in Berlin wenigstens, das alles noch da. Gestern Nachmittag existierte nichts mehr davon.« Besonders bemerkenswert erscheint Wolff, dass das kaiserliche Regime nahezu gewaltfrei hinweggefegt worden ist: »Jedem Volke, das sich zu wahrer Freiheit erhebt, muss dieses Musterbild vor Augen stehen. Symbole des alten Geistes sind bei uns aneinandergereiht wie die Marmorstatuen in der Siegesallee. Ein reifes, verständiges Volk schafft sie ohne etwas zu zerbrechen fort.«