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17.08.2026
10:31 Uhr
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Wer auf der Elbinsel lebt, kann mitten in Hamburg Abgeschiedenheit erleben. Unsere Autorin will nicht mehr weg.

Ich sitze auf dem Deich, Möwen kreisen über mir, und der Wind streicht durch das hohe Gras. »Bin gleich auf der Insel«, schreibt eine Freundin: »Fahren wir noch an den Strand?« Nein, ich bin nicht an der Nordsee, sondern mitten in Hamburg, auf dem Klütjenfelder Hauptdeich. Im Süden der Stadt teilt sich die Elbe in zwei Arme: die Norderelbe, die am Stadtzentrum entlangzieht, und die Süderelbe, die nördlich von Harburg fließt. Dazwischen liegt die Elbinsel Wilhelmsburg. Seit zehn Jahren lebe ich hier. »Wilhelmsburg? Ach!« So reagieren die Hamburgerinnen und Hamburger nördlich der Elbe oft, wenn ich erzähle, wo ich wohne. Sie finden das interessant oder befremdlich, meist beides. Der Stadtteil galt lange als sozialer Brennpunkt. Noch heute scheint er in vielen Köpfen nicht so recht zu Hamburg zu gehören, als liege zwischen Norder- und Süderelbe eine eigene Welt. Ein bisschen stimmt das auch. Wer hier lebt, spürt, wie die Insellage den Stadtteil prägt: den Alltag, das Miteinander, das Tempo. Und die Beziehung zum Rest der Stadt. Das beginnt schon hier auf dem Deich. An lauen Sommerabenden sitzen die Anwohner im Gras, joggen oder radeln am Wasser entlang. Zu Coronazeiten habe ich es sehr genossen, dass man in Wilhelmsburg nur wenige Minuten laufen muss, um ans Wasser zu kommen. Die Insel lässt mich atmen.