Zeit 23.09.2026
19:07 Uhr

(+) Staatsanwaltschaft Hamburg: »Wenn Bürger das mitbekommen, sagen sie: ›Wollt ihr uns veralbern?‹«


17.000 Briefe der Staatsanwaltschaft Hamburg wurden zwei Monate lang nicht verschickt. Hier erklärt ein Staatsanwalt, wie es dazu kam – und welche Probleme es noch gibt.

(+) Staatsanwaltschaft Hamburg: »Wenn Bürger das mitbekommen, sagen sie: ›Wollt ihr uns veralbern?‹«
Was ist in der Hamburger Staatsanwaltschaft los? Oberstaatsanwalt Boris Bochnick nahm sich am vergangenen Sonntag zwei Stunden Zeit, das zu erzählen. Er darf über die Arbeitsbelastung und Zustände sprechen, denn er ist Personalrat und zudem stellvertretender Landesvorsitzender der Deutschen Justiz-Gewerkschaft Hamburg. DIE ZEIT: Herr Bochnick, vergangene Woche sorgte eine Meldung für Aufsehen: 17.000 Briefe der Staatsanwaltschaft blieben ungesendet. Erst nach zwei Monaten fiel das auf. Warum wurde das nicht früher bemerkt? Boris Bochnick: Weil wir auf unsere maschinell erstellten Schreiben oftmals gar keine Rückmeldung erwarten. Viele davon sind Einstellungsbescheide. Wenn Sie Opfer einer Straftat geworden sind und kein Tatverdächtiger ermittelt werden konnte, erhalten Sie solch einen Brief.